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Lohnt sich der Aufpreis für ein aktives Fondsmanagement?

07.06.2017 - Von aktiv gemanagten Fonds wird erwartet, dass ihre Wertentwicklung nach Kosten besser ist als die von ETFs. Um dies zu erreichen, müssten Fondsmanager ihre Benchmark vor Kosten schlagen. Die Realität sieht jedoch anders aus, wie Senior Analyst Dr. Anselm Hüwe zeigt.

Wir haben einen repräsentativen aktiven Fonds mit einem verwalteten Volumen von drei Milliarden Euro untersucht, der in deutsche Standardwerte investiert. Dieser Fonds kostet jährlich 1,46 Prozent (Total Expense Ratio; TER) des verwalteten Vermögens. Zum Vergleich betrachten wir einen ETF auf den DAX, dessen Gebühr 0,16 Prozent beträgt. Der aktiv gemanagte Fonds lohnt sich nun für den Anleger erst, wenn er jährlich eine Mehrrendite von mehr als 1,30 Prozent erzielt. Doch ist dies möglich?

Blicken wir in unserem Beispiel zunächst auf die Fondsbestände: Das Schwergewicht im DAX-ETF ist aktuell Siemens, gefolgt von SAP, Bayer und der Allianz. Der zum Vergleich herangezogene aktive Fonds investiert in 47 Unternehmen, davon 29 DAX-Unternehmen. Der DAX wird also auch hier nahezu vollständig abgebildet. Interessanterweise finden wir hier – wenn auch mit etwas anderen Gewichtungen – dieselben „Schwergewichte“ wie im Vergleichs-ETF.

Active Share enttarnt Fonds

Summiert man die Absolutbeträge aller Abweichungen (auch die, die in der Grafik nicht dargestellt sind), kommt man auf 58 Prozent, wovon 29 Prozent Übergewichtungen und 29 Prozent Untergewichtungen sind. Diese Abweichung von 29 Prozent wird als Active Share bezeichnet und stellt eine Kennzahl dar, mit der die Aktivität eines Fondsmanagers gemessen werden kann.

Die Grafik verdeutlicht zudem, dass man die Bestände des aktiven Fonds auch darstellen kann als eine Kombination aus dem ETF (linke Balken) und einem hypothetischen Fonds (rechte Balken), der die Differenzgewichtungen hält. Beispiel: SAP ist im aktiven Fonds mit 10,40 Euro von 100 Euro enthalten. Die gleiche Gewichtung erhält ein Anleger bei einer Investition in den ETF (9,00 Euro) und in das Differenzportfolio (1,40 Euro). Das ist insofern wichtig, als dass nur die Wertentwicklung des Differenzportfolios die Leistung des aktiven Managements widerspiegelt und eine hohe Gebühr rechtfertigt.

Demnach ist es angemessen, die Gebühr des aktiven Fonds auf das Differenzportfolio umzurechnen: Wenn der prognosefreie ETF 0,16 Prozent und der aktive Fonds 1,46 Prozent pro Jahr kosten, bedeutet dies für das Differenzportfolio stolze Kosten von 4,64 Prozent pro Jahr.

4,64 % * 29 % + 0,16 % * 71 % = 1,46 %

Diese Zahl wird als „Active Fee“ bezeichnet und misst die Kosten des aktiven Managements. Das heißt: Bei einer angenommenen Aktienmarktrendite von zehn Prozent müssen in unserem Beispiel die vom Fondsmanager selektierten Aktien um etwa die Hälfte besser laufen als der Markt insgesamt (also 14,64 Prozent erwirtschaften), um Kosten von 4,64 Prozent zu rechtfertigen.

Außer Spesen nichts gewesen

Dies ist aus Expertensicht in hohem Maße unrealistisch. Die historische Wertentwicklung der beiden Fonds belegt diese Vermutung: Der aktive Fonds erzielte in den vergangenen zehn Jahren eine jährliche Rendite von 3,92 Prozent, der ETF hingegen 5,14 Prozent. Diese Renditedifferenz von 1,22 Prozent pro Jahr entspricht ziemlich genau der Kostendifferenz von 1,30 Prozent (1,46 Prozent minus 0,16 Prozent). Der Mehrwert des Differenzportfolios ist also fast null, wohingegen die Kosten bei 4,64 Prozent pro Jahr liegen.

Unser Beispiel ist leider kein Einzelfall: Rund ein Drittel der in deutschen Fonds investierten Gelder werden nur scheinbar aktiv verwaltet. Anleger bezahlen also für eine Leistung, die sie de facto gar nicht erhalten. Man könnte auch sagen: außer Spesen nichts gewesen. Diese Analyse belegt einmal mehr, dass Anleger gut beraten sind, auf passive, prognosefreie ETFs statt auf aktiv gemanagte Produkte zu setzen. Diese ETFs sind kostengünstig und in der Regel langfristig erfolgreicher als aktive Fonds, ohne dem Anleger eine Leistung zu suggerieren, die überhaupt nicht erbracht wird. Deshalb kommen bei quirion, dem digitalen Anlageberater der Quirin Privatbank, ausschließlich kostengünstige ETFs und Anlageklassenfonds zum Einsatz.

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