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25.10.2021 „Wir bringen das Musterportfolio in die Depots“

Damit Anleger bei quirion einfach und günstig eine Vermögensverwaltung einrichten, das Depot aufstocken oder die Strategie wechseln können, muss im Hintergrund vieles ineinandergreifen. Kristin Dietzel, Teamleiterin des Ordermanagements von quirion und der Quirin Privatbank, gibt Einblicke in die Prozesse.

Kristin Dietzel

Ein paar Angaben und Klicks auf der Website oder in der App: Schon haben Anleger bei quirion einen neuen Auftrag erteilt. Läuft bei einem Robo-Advisor auch im Hintergrund alles automatisch?

Ganz so einfach ist es nicht. Damit die Depots der geplanten Strategie folgen, müssen mehrere Prozesse ineinandergreifen. Unser Ordermanagement ist dabei so etwas wie der „Maschinenraum“, in dem das umgesetzt wird: Während die Kollegen in der Anlagestrategie das Musterportfolio konzipieren und überwachen, kümmern wir uns um die sogenannte Produktallokation. Wir bringen das Musterportfolio in die Depots. Wir bearbeiten die Kundenaufträge, bündeln sie in Sammelorders und kontrollieren die Ausführung. Wir beantworten außerdem Kundenanfragen, bei denen es um Details zum Depot geht. Etwa dann, wenn sich Fragen rund um die Abwicklung eines Strategiewechsels ergeben. Weil uns täglich viele Aufträge erreichen, ist das eine komplexe Aufgabe. Die erledigt sich nicht „per Knopfdruck“, selbst wenn vieles digital abläuft.

Ein Kunde hat ein Depot eröffnet oder will aufstocken. Das Geld ist überwiesen. Was passiert nun?

Unser System registriert, wenn das freie Kapital im Liquiditätskonto des Kunden bei über 0,4 Prozent liegt. Dann wird zunächst geprüft, ob es noch weitere Aufträge zu diesem Depot gibt, zum Beispiel eine Entnahme. Ist das nicht der Fall, startet der Prozess der Produktallokation. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass wir nicht nur eine Order an einen Handelsplatz durchreichen wie ein Onlinebroker. Wenn jemand sein Depot um 500 Euro aufstockt, ordern wir nicht einfach Anteile an einem bestimmten ETF. Zentral ist immer der Soll-Ist-Abgleich mit dem maßgeblichen Musterportfolio.

Was bedeutet das konkret?

Unsere Software berechnet, welche Anteile das Depot an den bis zu 15 verschiedenen ETFs der Musterportfolios nach der vorgesehenen Strategie haben soll. Aus 500 Euro für eine Strategie mit 70 Prozent Aktien ergeben sich logischerweise andere Orders als aus einer Aufstockung mit 30 Prozent Aktienanteil. In beiden Fällen aber ist zu ermitteln, welche Anteile an allen 15 ETFs des Musterportfolios für die 500 Euro zu ordern sind. Fast immer sind das dann eben Bruchstücke – bis hin zu Hundertsteln von Anteilen. Wenn das für alle Aufträge eines Tages berechnet ist, kann die Sammelorder erstellt werden. Wir fassen dabei alle Käufe und Verkäufe zu einer Order zusammen. Ein Beispiel: Wenn wir für eine Tagesorder im Amundi Prime Global 4.000 Käufe und 2.000 Verkäufe berechnet haben, ergibt das eine Kauforder von 2.000 Stück. Ist die Order ausgeführt, bekommen alle Kunden den gleichen Kurs. Durch die Bündelung halten wir die Handelskosten möglichst niedrig.

Läuft das bei Sparplänen genauso?

Ja, der Prozess ist der gleiche. Wichtig ist auch bei jeder Sparrate der Abgleich mit dem Musterportfolio. Dabei zählt das Depot, nicht die einzelne Rate. Angenommen, ein Anleger hat den Sparplan schon seit einiger Zeit und die nächste Monatsrate ist anzulegen: Im Soll-Ist-Abgleich des Depots mit dem Musterportfolio wird geschaut, welche ETFs insgesamt untergewichtet sind. bei diesen wird mit der Sparrate nachgekauft. Das ergibt dann quasi ein automatisches Rebalancing.

Warum ist das Rebalancing wichtig?

Durch die Kursschwankungen an den Märkten verändern sich über die Zeit die Gewichtungen im Portfolio. Steigen die Kurse eines ETFs, erhöht sich dessen Anteil relativ zu den anderen. Regelmäßig passen wir einmal im Jahr alle Depots wieder an die geplante Ausrichtung an. Neben dieser regelmäßigen Anpassung überwachen wir börsentäglich genau, ob die im Musterportfolio angestrebten Gewichte um 10 Prozent über- oder unterschritten werden. Werden im Musterportfolio die Grenzwerte überschritten, wird ein außerplanmäßiges Rebalancing aller Einzeldepots angestoßen. In Portfolios, in denen der Anteil der Aktien beziehungsweise der Anleihen am Portfolio sehr klein ist, gelten Grenzwerte von 15 beziehungsweise 20 Prozent.

Die Anlagestrategen von quirion prüfen von Zeit zu Zeit, ob die ETFs im Musterportfolio noch die sind, die sich am besten dafür eignen. Was passiert, wenn dort ein Produkt ausgetauscht wird?

Der Prozess im Hintergrund ist im Grunde der gleiche wie bei einem Rebalancing. Der Austausch erfolgt in diesem Fall eben nur an einer Position im Musterportfolio. Im Anschluss werden alle Einzeldepots durch einen Soll-Ist-Abgleich auf die neue Aufstellung ausgerichtet. Der auszutauschende ETF wird per Sammelorder verkauft, der neue gekauft. So eine Umstellung kostet die Kunden nichts extra.

Abseits der technischen Details: Was macht die Arbeit bei quirion für Sie aus?

Ich arbeite nun seit neun Jahren in der Vermögensverwaltung, sieben Jahre davon bei der Quirin Privatbank. Eine Vermögensverwaltung ohne Mindestanlagesummen: Ich finde, das ist einfach ein tolles Angebot. Eine Vermögensverwaltung ist üblicherweise erst ab sechsstelligen Vermögen zu haben. Realisieren können wir dieses Angebot nur mit effizienten Prozessen im Hintergrund. Ich bin stolz darauf, dass wir mit unserem Team einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Mindestanlagen und Kosten so niedrig sind.

Mehr zum Thema Vermögensaufbau mit quirion gibt es hier.

Disclaimer/rechtliche Hinweise
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