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26.07.2021 Ein Volkswirt, der nichts prognostiziert

Für Philipp Dobbert, unseren Chefvolkswirt und stellvertretenden Leiter der Vermögensverwaltung, ist wissenschaftlich fundierte Kapitalanlage nicht nur ein Lippenbekenntnis. Was ihn antreibt und warum er als Chef nicht alles besser weiß als seine Mitarbeiter:innen.

Chefvolkswirt Philipp Dobbert

Sich als Kind schon für Wechselkurse zu begeistern, ist eigentlich etwas ungewöhnlich. Doch das Umrechnen von Währungen hatte es Philipp Dobbert früh angetan. „Wenn ich mit meinen Eltern nach Spanien in den Urlaub fuhr, habe ich immer als Erstes geschaut, wie der Kurs der Pesete zur D-Mark stand.“ Dann habe er ausgerechnet, was das Eis oder die Cola nun diesmal kosten. „Die Wechselkursbewegung und das Umrechnen fand ich richtig spannend.“

Das mit den Peseten war so eine Art Schlüsselerlebnis für ihn. Ein anderes war die Lektüre von Disney-Comics. An der Figur von Dagobert Duck interessierte Dobbert aber weniger das wiederkehrende Bild vom Bad im Geldspeicher. „Mich faszinierte, dass er sich den ganzen Tag mit dem Thema Geld beschäftigen konnte.“ Kaum verwunderlich, dass Dobbert dann später Volkswirtschaft studierte – und seinen Schwerpunkt auf Geldwirtschaft sowie die internationale Ökonomie legte, in der es insbesondere um Währungen und Wechselkurse geht.

Der Weg zum Chefvolkswirt

Nach seinem Studium startet er zunächst als Researcher bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. „Damals schon haben wir aufgehorcht, als Karl Matthäus Schmidt die Quirin Privatbank als erste Honorarberaterbank Deutschlands gründete. Wir wussten, da entstand etwas sehr Spannendes.“ Daran erinnert sich Dobbert im Jahr 2011, inzwischen Ökonom in der volkswirtschaftlichen Abteilung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), als er eine Stellenanzeige von Quirin für einen Senior Economist sieht. Und er ergreift die Gelegenheit zur beruflichen Neuorientierung, steigt 2014 zum Chefvolkswirt auf.

Heute ist der gebürtige Berliner zudem stellvertretender Leiter der Vermögensverwaltung und des Anlagemanagements, sowohl bei der Quirin Privatbank als auch bei quirion. Er leitet ein Team von neun Mitarbeiter:innen. Die kümmern sich unter anderem um die Produktauswahl, den Wertpapierkauf und die Abwicklung der Wertpapiergeschäfte. Jede Menge Informationen und Daten sind in kürzester Zeit zu analysieren oder zu verarbeiten. „Die Vermögensverwaltung hat ungemein viele Facetten. Es kommt sehr auf Detailkenntnisse und akribische Arbeit an.“

Vermögensverwaltung als Teamaufgabe

Seine Aufgabe im Team sieht der 42-Jährige vor allem darin, die Vermögensverwaltung so zu organisieren, dass sich die Kolleg:innen um ihre Fachgebiete gewissenhaft kümmern können. „Das Gerücht, dass ein Chef alles besser kann, hat noch nie wirklich gestimmt“, meint Dobbert. „Inzwischen stimmt es noch weniger, der Spezialisierungsgrad ist sehr hoch.“ Wichtig ist ihm, den Mitarbeiter:innen bei kniffligen Fragen als Sparringspartner zur Seite zu stehen. „Steckt man nicht so tief in jedem Detail, bringt man eine andere Perspektive ein und kann bei der Problemlösung helfen.“

Das Rechnen mit Geld auf der einen, das Erklären von Geld auf der anderen Seite: Eine weitere Aufgabe von Dobbert ist, Kund:innen über Hintergründe in der Wirtschaft und an den Märkten zu informieren – bei Veranstaltungen der Quirin Privatbank oder auch bei quirion LIVE. In der Onlinesprechstunde widmet sich der Chefvolkswirt gemeinsam mit CEO Martin Daut einmal monatlich einem aktuellen Schwerpunktthema und beantwortet Fragen der Zuschauer:innen.

Bei der Öffentlichkeitsarbeit nimmt er sich Norbert Walter zum Vorbild, den ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Warum hat der ihn so beeindruckt? „Er konnte komplexeste Sachverhalte allgemeinverständlich erklären, ohne dabei ungenau oder plakativ zu werden.“ Das will auch Dobbert, denn er möchte von der eigenen Leidenschaft für die Volkswirtschaft etwas weitergeben. „Wenn ich eine Frage beantworte und mein Gegenüber hat dann ein Aha-Erlebnis, sehe ich das als persönlichen Erfolg.“

Kein Storytelling

Wenn der Ökonom über die Anlagestrategie auf wissenschaftlicher Basis und den prognosefreien Ansatz bei quirion spricht, ist das nicht nur ein Lippenbekenntnis. „Ich habe mich anfänglich etwas gesperrt, denn ein Volkswirt – der macht eigentlich Prognosen“, räumt er in der Rückschau ein. Allerdings habe ihn schon früher öfters ein „Störgefühl“ beschlichen, wenn er Prognosen erstellte. „Selbst wenn man handwerklich alles richtig gemacht hat, kann es trotzdem immer ganz anders kommen.“

Dobbert hat natürlich weiterhin eine Meinung zu ökonomischen Entwicklungen. „Aber für die Geldanlage spielen Spekulationen über die Zukunft bei uns keine Rolle.“ Diesen Ansatz findet er grundehrlich und er verspürt eine gewisse Erleichterung dabei, den Anleger:innen nichts anderes erzählen zu müssen. „Ich bin zu 100 Prozent mit mir im Reinen bei dem, was ich den Kund:innen sage.“

Bestätigung finden

Was macht ihm an seinem Job besonders Spaß? „Der Kontakt zu den Menschen“, sagt Dobbert. „Im Alltag ist unsere Arbeit oft so abstrakt.“ Zu erfahren, wie die Arbeit des Teams ganz konkrete Anlageprobleme löst, sei sehr befriedigend. Riesig gefreut haben er und das ganze Team sich jüngst auch über das Ergebnis eines großen Vergleichs von 25 digitalen Vermögensverwaltungen durch die Stiftung Warentest. In der Auswertung für ein Musterdepot von 40.000 Euro holte quirion erneut den Sieg und verteidigte den Titel. „In der Tagesroutine achtet man sehr auf das, was sich noch verbessern lässt und weniger auf das, was gut läuft“, sagt Dobbert. „Wenn dann eine so renommierte Institution wie die Stiftung Warentest sagt, dass man in einem herausfordernden Wettbewerb der Beste ist, dann ist das eine große Bestätigung.“

Mehr zum Testsieg bei der Stiftung Warentest gibt es hier.

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