Prognosen und damit verbundene Anlagetipps haben eigentlich immer Konjunktur. Besonders aber rund um den Jahreswechsel. Doch für die Anlagestrategie sind sie zu keiner Zeit nützlich – im Gegenteil. Warum das so ist und was das für die Geldanlage bedeutet.
„Das Beste vom Besten: Die Gewinneraktien 2026“, „10 Prognosen für das Anlagejahr 2026“, „Wie Sie Ihr Geld in diesem Jahr anlegen sollten“: Das ist nur eine kleine Auswahl an Schlagzeilen, die man im Dezember und Januar lesen konnte. Wie immer war in diesem Zeitraum Hochsaison für Prognosen und damit verbundene Anlagetipps. Ganz so, als ob die Renditechancen mit dem Kalenderwechsel ganz neu verteilt würden – frei nach dem Motto: neues Spiel, neues Glück.
Der Blick in die Zukunft hat aber nicht nur zum Jahreswechsel Konjunktur. Ständig schwebt die Frage im Raum, was an den Märkten wohl als nächstes passiert. Und ob man deshalb handeln muss.
Die Zukunft kennt niemand
Einen Blick in die Zukunft werfen zu wollen, ist ganz verständlich. Wie genau entwickeln sich die Märkte in den nächsten Monaten? Welche Aktien starten so richtig durch? Von welchen lässt man besser die Finger? Das vorab zu wissen, wäre viel Geld wert. Doch mit einer Prognose richtig zu liegen, ist reiner Zufall.
Denn vieles kann für die Kurse eine Rolle spielen. Zum Beispiel Entscheidungen von Unternehmen, Notenbanken und Regierungen. Oder von Verbraucherinnen und Verbrauchern. „Auch Expertinnen und Experten oder eine Künstliche Intelligenz kennen diese Entscheidungen nicht, bevor sie getroffen wurden“, zeigt Philipp Dobbert auf, Leiter der Vermögensverwaltung bei quirion und bei der Quirin Privatbank. „Von manchen Entwicklungen wissen wir nichts über den Verlauf, von manchen wissen wir im Vorfeld rein gar nichts.“
Darüber hinaus kann niemand verlässlich sagen, wie die Käufer und Verkäufer auf die unvorhersehbaren Neuigkeiten reagieren werden. „Manchmal wird so getan, als wenn hier ähnliche Zusammenhänge bestünden wie in der Physik“, stellt Dobbert fest. „Dass ein reifer Apfel zu Boden fällt und nicht einfach durch die Luft schwebt, liegt an der Schwerkraft. Aber es gibt kein Naturgesetz, aus dem sich verlässlich ableiten lässt, ob zum Beispiel nach einer Zinssenkung die Aktienkurse steigen oder fallen.“ Die logische Konsequenz: „Kurz- und mittelfristig lässt sich nicht einmal zuverlässig herausfinden, in welche Richtung es mit den Kursen weitergeht.“

Trügerische Hoffnungen
Prognosen sollten nie das Fundament einer Anlagestrategie sein. „Prognosen nutzen Anlegerinnen und Anlegern nicht, sie schaden ihnen“, betont Dobbert. „Denn sie suggerieren, dass man kurz- und mittelfristige Entwicklungen ausrechnen und deshalb Anlageentscheidungen darauf stützen kann.“ Wer darauf vertraue, gehe jedoch unnötig große Risiken ein.
Geld verdienen lässt sich mit Prognosen durchaus – in der Medien- und in der Finanzbranche. Ein Blick in die Glaskugel liefert Schlagzeilen und Stoff für ständig neue Anlagetipps. Banken, Fondsgesellschaften und Tradingplattformen haben damit vermeintlich gute Argumente für eine spezielle Wertpapierauswahl zu bieten. Oder für ein gezieltes Timing von Ein- und Ausstieg in bestimmte Aktien, Branchen oder Regionen. Selbst wenn es nicht klar ausgesprochen wird, geht es eigentlich immer um das Versprechen, die Performance des breiteren Markts zu übertreffen.
Gerade langfristig lässt sich dieses Versprechen aber kaum erfüllen. Das haben Studien immer wieder gezeigt. So zum Beispiel eine Analyse von S&P Global vom September 2025. Der zufolge waren in einem Zeitraum von zehn Jahren 98 Prozent der auf Euro lautenden Fonds für globale Aktien nicht in der Lage, einen vergleichbaren Index zu schlagen.
Besser prognosefrei anlegen
Selbst wenn die Finanzmarktforschung keine Naturwissenschaft ist: „Aus den über Jahrzehnte gewonnenen Einsichten lässt sich ziemlich klar ableiten, was bei der Geldanlage sinnvoll ist – und was nicht“, unterstreicht Dobbert. „Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass man sein Portfolio möglichst breit diversifizieren und dann langfristig investiert bleiben sollte.“
So verlässt sich quirion für das globale ETF-Portfolio nicht auf Spekulationen über die mögliche Performance einzelner Aktien, Branchen oder Regionen. Sondern setzt jederzeit auf eine möglichst breite Streuung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und eingehenden Analysen basiert. Das Ziel ist, das Verhältnis von Renditechancen und Risiken zu optimieren.
Damit ist die Anlagestrategie auf den langfristigen Aufwärtstrend der weltweiten Aktienmärkte ausgerichtet. „Dieser Trend ist kein Zufall“, betont Dobbert. „Aktien beteiligen an Unternehmen und damit an der Wirtschaft.“ Zwar komme es immer wieder vor, dass einzelne Aktien ausfallen oder einzelne Branchen und Regionen in längere Krisen geraten. „Doch die Weltwirtschaft als Ganzes ist grundsätzlich auf Wachstum ausgelegt – ein fundamentaler Fakt, den man mit einem Weltportfolio für den eigenen Vermögensaufbau nutzt.“
Mehr über den Vermögensaufbau mit unserem Weltportfolio erfährst du hier.
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