Eine ruhige Hand auch in heftigen Börsenzeiten
Ein Marktkommentar von quirion

Depot im Minus: Was nun?

Depot im Minus: Was nun?

In manchen Situationen ist es schwer, die Ruhe zu bewahren. Bei der Geldanlage am Aktienmarkt ist Gelassenheit aber eigentlich immer die bessere Strategie. Wenn das Portfolio breit genug aufgestellt ist.

So richtig gute Laune macht der Blick in das Depot zurzeit wohl nur wenigen. Besonders angespannt dürfte sein, wer erst in der Hochphase Ende 2021 in die Märkte eingestiegen ist. Und sich vor dem Hintergrund der überdurchschnittlich guten Entwicklung der vorangegangenen Jahre anderes erhofft hat. Viele Börsen weltweit haben im Jahresverlauf schon den zweifelhaften Status eines Bärenmarkts erreicht, auch der sonst so starke US-Markt. Von einem Bärenmarkt ist die Rede, wenn die Notierungen zum vorangegangenen Hoch um 20 Prozent und mehr sinken. Trotz Erholungsphasen geben die Kurse tendenziell immer wieder nach.

Gründe dafür gibt es viele: Die weiter grassierende Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die mit beidem verbundenen Probleme in den Lieferketten. Die Inflation, die Wende bei den Leitzinsen und die nun wachsenden Sorgen um die Konjunktur. Dazu eine heraufziehende Energiekrise in Europa. Der Optimismus scheint jedenfalls vorerst verflogen. Anleger fragen sich, wie es weitergeht und was sie tun sollen.

Wann geht es wieder aufwärts?

Die ehrliche Antwort auf die Frage nach der weiteren Entwicklung ist: Das weiß niemand. Die Börsengeschichte zeigt, dass Trends schneller drehen können, als die meisten erwarten. Wie im Jahr 2020, als die Kurse wegen der beginnenden Corona-Pandemie einbrachen, sich aber rasch wieder erholten. Das geht aber nicht immer so schnell. Eine Schwächephase an den Börsen kann auch einmal länger dauern.

Deshalb ist der langfristige Anlagehorizont bei der Geldanlage so wichtig. Die durchschnittliche Jahresrendite des MSCI World beispielsweise lag zwischen 1970 und Ende 2021 bei gut acht Prozent. Natürlich ließ sich diese Rendite nicht in jedem einzelnen Jahr erzielen. In manchen Jahren lag sie weit im Minus, in anderen doppelt so hoch im Plus. Im Mittel aber relativieren sich die größeren Kursausschläge.

Verzerrte Wahrnehmung

Solche langfristigen Entwicklungen im Blick zu behalten, fällt nicht immer leicht. Schnelles Reagieren auf aktuelle Gefahren: Das ist im Alltag selbstverständlich und nützlich. Bei der Geldanlage führt einen das Naheliegende aber oft auf die falsche Fährte. Etwa die Neigung, aktuelle Entwicklungen als besonders relevant einzustufen. In der „Behavioral Finance“ ist das Phänomen als „Recency Bias" bekannt. Übersetzt heißt das so viel wie „Aktualitätsverzerrung“. Gemeint ist die Tendenz, den jüngsten Erfahrungen und Ereignissen die größte Bedeutung beizumessen und sie zu überschätzen. Wenn dramatische Schlagzeilen und düstere Zukunftsszenarien dominieren, fühlen sich deshalb viele Anleger zum Handeln gedrängt.

Der Blick auf die Nachrichtenlage und auf kurzfristige Trends ist für die Anlagestrategie ein schlechter Ausgangspunkt. Denn Argumente dafür, dass die Kurse demnächst steigen oder fallen könnten, lassen sich zu jedem Zeitpunkt finden. Ständiges Ein- und Aussteigen auf Verdacht kann aber ganz schön teuer werden. Sind Positionen in den roten Zahlen, bedeutet ein Ausstieg einen realen Verlust. Selbst wenn der Ausstieg glimpflich verläuft, stellt sich als nächstes die Frage nach dem Wiedereinstieg. Weil dieser in der Regel zu spät erfolgt, wird oft viel Rendite verpasst.

Was ist die richtige Strategie?

Eine Anlagestrategie für den systematischen Vermögensaufbau sollte auf einem solideren Fundament stehen als auf Vermutungen darüber, was wohl als nächstes passiert. Eine historische und ökonomische Tatsache ist, dass es an den Aktienmärkten langfristig aufwärts geht. Weder Finanzkrisen noch Kriege haben daran je etwas geändert.

Dass die Aktienkurse langfristig steigen, hat einen guten Grund: Die Aktienmärkte basieren auf der Entwicklung der Weltwirtschaft. Zwar bewegt sich diese in konjunkturellen Zyklen. Doch sie ist langfristig auf Wachstum ausgerichtet. Das ist das Prinzip der Marktwirtschaft. Dazu gehört auch, dass nicht im Vorhinein bekannt ist, welche Unternehmen in Zukunft zu den Gewinnern zählen.

Darauf wiederum fußt die Anlagestrategie von quirion – möglichst breit gestreut die langfristige Rendite der weltweiten Aktienmärkte einfangen, dabei dauerhaft am Ball bleiben. Denn die Kapitalmarktforschung hat immer wieder gezeigt: Systematik und Disziplin bringen bei der Geldanlage einfach mehr als Aktionismus.

Warum wir auf Systematik statt auf die Kristallkugel setzen, lesen Sie hier.

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