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Ein Blick zurück nach vorn

Ein Blick zurück nach vorn

Selbst wenn unsere Anlagestrategen nicht auf den Blick in die Glaskugel setzen, wollen wir doch auf das neue Anlagejahr einstimmen: Welche Trends die globalen ETF-Portfolios von quirion 2021 besonders geprägt haben – und warum es sich auch 2022 lohnen wird, prognosefrei anzulegen.

Welche Themen werden die Kurse treiben und welche Aktien werden besonders gefragt sein? Wo genau landen DAX, S&P 500 oder MSCI World dann am Ende des Jahres 2022? Antworten auf solche Fragen gibt es von Analysten und Investmentexperten wieder zuhauf. Es ist die große Zeit der Jahresprognosen. Kaum ist das Anlagejahr zu Ende, wollen viele schon möglichst konkret wissen, wie das nächste läuft.

Wir bei quirion sind davon überzeugt, dass sich aus Prognosen keine langfristige Anlagestrategie ableiten lässt. So genau die Daten aus der Vergangenheit analysiert und über mathematische Modelle in die Zukunft projiziert werden: Es kann immer anders kommen. Daran besteht selbst bei denen kaum Zweifel, die Prognosen erstellen. Allerdings lassen sich aus der Entwicklung im Jahr 2021 doch einige Rückschlüsse auf das ziehen, was Anlegern 2022 bevorstehen könnte.

Ein glänzendes Aktienjahr

„Festhalten lässt sich, dass wir 2021 ein ausgesprochen starkes Aktienjahr gesehen haben“, stellt unser Chefvolkswirt Philipp Dobbert fest. „Diese Performance spiegelt sich auch in unseren Portfolios – besonders natürlich in denen mit den höchsten Aktienquoten, die Zuwächse von über 20 Prozent verzeichnet haben.“

Was bedeutet das für 2022? „Gute Entwicklungen wecken immer hohe Erwartungen – und damit steigt die Gefahr von Enttäuschungen“, betont Dobbert. Er verweist auf den langfristigen Durchschnitt bei den Renditen des Aktienmarkts, der bei etwa sieben bis acht Prozent pro Jahr liegt. „Wenn die Kurse also in diesem Jahr etwas weniger dynamisch steigen, ergibt sich im Zweijahresschnitt immer noch eine fulminante Rendite.“

 

Zwischen Pandemie und Geldpolitik

Prägend waren 2021 für die Aktienmärkte aus Sicht von Dobbert vor allem zwei Themen: die Corona-Pandemie und die Geldpolitik der Notenbanken. „Als sich im Sommer die Nachrichten zur Corona-Variante Delta verbreiteten, hat es an den Märkten einen Kursrutsch gegeben.“ In den Industrieländern haben sich die Kurse dann rasch wieder erholt. Die Emerging Markets konnten an ihren Aufschwung vom Jahresbeginn nicht mehr richtig anknüpfen. „Niemand kann jetzt schon genau sagen, welche Auswirkungen die Omikron-Variante und der weitere Pandemie-Verlauf haben werden.“            

Ein Unsicherheitsfaktor wird 2022 auch das Verhalten der Notenbanken. „Trotz stark steigender Inflation hat die EZB ihre Nullzinspolitik fortgesetzt, genau wie die Fed in den USA.“ Die Folge: beste Finanzierungskonditionen für die Unternehmen. „Zusammen mit den Nachholeffekten aus dem ersten Corona-Jahr hat das die Wirtschaft sehr stark angetrieben“, stellt der Volkswirt fest. Spannend werde nun zu sehen, wie sich die Inflation weiterentwickelt und ob sich an der Geldpolitik in Europa etwas ändert. Für die USA hat Fed-Chef Jerome Powell bereits drei Zinsschritte im Jahr 2022 in Aussicht gestellt. Antworten auf die Frage, wie sich Inflation und Geldpolitik auf die Kurse an den Kapitalmärkten auswirken, bleiben aber ebenfalls im Konjunktiv. Viele Szenarien sind denkbar.

Prognosefrei ins Jahr 2022

Sicher ist, dass quirion bei einer prognosefreien Anlagestrategie bleibt – und bei ETF-Portfolios, die Renditen auf der ganzen Welt einfangen. Das hat sich auch 2021 wieder gelohnt. Wer dem „Home Bias“ nachgab und zum Beispiel nur auf den heimischen DAX setzte, hat jedenfalls einiges an Rendite verpasst. Wesentlicher Grund: „Die US-Märkte haben wieder eine besonders starke Entwicklung gezeigt“, konstatiert Dobbert. Wobei der Vermögensmanager relativiert, dass die Dynamik zum Beispiel im S&P 500 vor allem von einigen wenigen Unternehmen getrieben wird – darunter die „üblichen Verdächtigen“ wie Amazon, Apple, Google, Microsoft und Tesla. Dass insgesamt nur rund zehn Werte einen breiten Index wie den S&P 500 tragen, ist noch so ein Unsicherheitsfaktor für das kommende Jahr.

Dass die Performance der Tech-Branche die Aktienmärkte 2021 wieder einmal dominiert hat, mag nur wenige überrascht haben. Weniger gut prognostiziert war die Wertentwicklung im Energie-Sektor. „Im Fahrtwind der Ölpreise konnte so manches Unternehmen der Branche mit glänzenden Renditen beeindrucken. Das hatte in dieser Form kaum jemand erwartet.“

Viele Fragezeichen und die Erwartung von Überraschungen könnten so manchen Anleger beunruhigen.

„Ich habe vor einigen Monaten bei einer unserer Kundenveranstaltungen einmal aufgezeigt, wie viele Unsicherheiten es gerade für die weitere Entwicklung von Wirtschaft und Märkten gibt“, erzählt der Ökonom. Ein Anleger habe gefragt, ob man in einer solchen Situation anlegen kann, ohne sich auf Prognosen zu stützen. Darauf Dobbert: „Gerade dann.“

Mehr zur Performance der Portfolios von quirion gibt es hier.

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