Eine ruhige Hand auch in heftigen Börsenzeiten
Ein Marktkommentar von quirion

Schlimmer als Marxismus: ETFs zwischen Kritik und beruhigender Realität

Schlimmer als Marxismus: ETFs zwischen Kritik und beruhigender Realität

Bei ETFs handelt es sich um ein Anlageinstrument, das einen bestimmten Index abbildet – etwa den Dax. quirion beispielsweise investiert das Vermögen seiner Kunden ausschließlich in ETFs und indexnahe Fonds und folgt damit den aktuellen Erkenntnissen der Finanzwissenschaft. Studien belegen, dass auf lange Sicht kein Anleger oder Fondsmanager durch eine aktive und prognosegetriebene Geldanlage die weltweiten Märkte schlagen kann.    

Einer dieser aktiven Fondsmanager ist Fraser-Jenkins vom US-Investmenthaus Bernstein. Hintergrund seiner Kritik ist der wachsende Anteil der ETF-basierten Anlagen auf der Welt. Dadurch entstehe der Gesellschaft eine große Gefahr. „Eine vermeintlich kapitalistische Wirtschaft, in der Investitionen ausschließlich passiv sind, ist schlimmer als eine Planwirtschaft oder eine Wirtschaft mit einem aktiv geführten Kapitalmarkt“, sagt Fraser-Jenkins. Aufgabe der Märkte aber sei es, gute Firmen mit Geld zu versorgen und schlechte Unternehmen abzustrafen. Über die Investition in ETFs würden dagegen alle Firmen gleichermaßen mit Geld versorgt. Fraser-Jenkins spricht von einer „Diktatur der Indifferenz“. Die andere Sorge: Wird beim Verkauf von ETFs im großen Stil Kapital von den Märkten abgezogen, erhöht sich die Gefahr eines Crashs.

Will da jemand nur provozieren? Oder ist tatsächlich etwas dran an der Behauptung, die Fraser-Jenkins und sein Team mit ihrer Studie aufstellen?

Im Verhältnis zu allen Fonds zeigt sich ein realistisches Bild. Dem in ETFs verwalteten Vermögen steht ein Gesamtvermögen von Fonds in Höhe von rund 30 Billionen US-Dollar gegenüber. Damit liegt der Marktanteil bei circa 11 Prozent. Trotz des Wachstums haben wir es beim ETF-Markt also immer noch mit einem Leichtgewicht zu tun. Bei welchem Anteil ein kritischer Punkt eintreten soll, kann auch Fraser-Jenkins nicht sagen. John Bogle, Indexfondspionier, Gründer der Investmentgesellschaft Vanguard und Autor wirtschaftswissenschaftlicher Bücher, sieht dagegen selbst bei einem Marktanteil von 90 Prozent kein erhöhtes Risiko. Der Markt könne das regeln.

Auch ein genauerer Blick auf die Anlegerstruktur kann die These von Fraser-Jenkins nicht stützen. Denn die größten Anleger in ETFs sind in der Regel institutionelle Investoren, wie beispielsweise Versicherungen oder Pensionskassen. Diese Investoren waren schon lange vor der Einführung von ETFs sehr indexnahe Anleger und haben auf eine breite Diversifikation zum langfristigen Vermögensaufbau gesetzt. „Zwar können Entscheidungen dieser Investoren Bewegungen an den Märkten beschleunigen oder verstärken. Allerdings macht es keinen Unterschied, ob sich dies über den Verkauf von ETF-Anteilen ergibt oder wie früher durch den direkten Verkauf der gehaltenen Aktien“, erklärt Kai Hattwich, Portfoliomanager und Mitglied des Anlageausschusses von quirion. Ein Crash oder eine Krise werde von Entscheidungen der Anleger beeinflusst und nicht von den verwendeten Instrumenten.

Entscheidungen von Anlegern führen zu einem Crash, nicht die Instrumente.

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Kein kritischer Punkt auszumachen

Richtig ist: Die Indexfonds bilden einen Markt in seiner Gesamtheit ab. Alle Werte sind in einem solchen Fonds prozentual in dem Maß abgebildet oder werden nachgekauft, in dem sie auch am Markt selbst vertreten sind. Richtig ist auch, dass die Beliebtheit von ETFs wächst. Dabei greifen Kritiker gern auf gigantisch klingende, absolute Beträge wie das rund 3,4 Billionen US-Dollar große Volumen des weltweiten ETF-Marktes zurück. Aber ist diese Summe ausreichend, um eine Crash-Gefahr zu begründen?

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