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13.12.2018 Was tun nach einem Kurseinbruch?

Die natürliche Reaktion bei Kurseinbrüchen: Etwas dagegen tun, Fonds austauschen, sich über seine Anlageentscheidung ärgern, alles verkaufen. Doch wer mit seiner Geldanlage erfolgreich sein will, wehrt sich gegen diese natürlichen Reflexe, behält einen kühlen Kopf und hält Kurs.

  • Zwischenzeitliche Kursrückgänge sind vollkommen normal. Sie lassen sich nicht vorhersehen und somit auch nicht vermeiden. „Experten“, die etwas anderes behaupten, sind nicht seriös
  • Unsere Empfehlung an Sie: Halten Sie Kurs. Geben Sie Ihrem Vermögen etwas Zeit und wenden Sie sich wieder Ihrem Alltag zu.

Sein Vermögen schrumpfen zu sehen, tut weh. Dies gilt insbesondere zu Beginn einer Investitionsphase, wenn sich eine Anlagestrategie noch nicht beweisen konnte und das unmittelbar zuvor eingezahlte, hart erarbeitete Geld angegriffen wird. Doch wer in einer solchen Situation zu drastischen Mitteln greift und verkauft, macht häufig alles nur schlimmer. Vielleicht helfen Ihnen die folgenden Ausführungen, um Marktschwankungen erfolgreich meistern zu können.

„Experten“ können Ihnen nicht helfen

Es gibt Kursrückgänge, die lassen sich im Nachhinein gut erklären. Die Finanzkrise ist so ein Beispiel – auf ihrem Höhepunkt machte die gesamte Weltwirtschaft keinen Gewinn mehr. Dann gibt es Einbrüche, die bleiben selbst im Nachhinein unverständlich: Noch heute rätseln die Experten, warum die Märkte im Oktober 1987 einbrachen. Die Preise an den Aktienmärkten werden von Menschen gemacht, und die Stimmung von Menschen kann urplötzlich von Gier in Panik und wieder zurück umschlagen.

Diese Stimmungsschwankungen machen das Prognostizieren zukünftiger Kurse „noch unmöglicher“, als es in einer emotionslosen Welt der Fall wäre. Was es deshalb nicht gibt: Kurseinbrüche, die sich vorhersagen lassen. Vermeintliche Experten, die dies angeblich können, nutzen einen psychologischen Trick: Sie sagen einfach immer einen Crash voraus – tritt er dann schlussendlich ein, haben sie Recht behalten.

Die Aufwärtsphasen, die diese „Experten“ hingegen verpassen, geraten in Vergessenheit. Man muss kein Experte sein, um zu prognostizieren, dass es auch zukünftig häufiger zu leichten, selten auch zu starken Kurseinbrüchen kommen wird. Ein Blick auf unsere untenstehende Grafik reicht hierzu aus. Wann diese Kursrückgänge jedoch auftreten werden, weiß niemand. In einer solchen Welt ist der richtige und letztendlich auch entspannende Weg: Investieren – auf dem individuell passenden Risikoniveau – und dann Kurs halten.

Was tut quirion, wenn die Märkte sinken?

Auch bei uns lösen sinkende Kurse Unbehagen aus. Wir überprüfen dann noch einmal besonders sorgfältig, ob wir mit unserer Anlagestrategie richtig liegen. Wir sind davon überzeugt, dass sich aus empirischen Analysen – ähnlich wie in der unten folgenden Analyse in diesem Text angedeutet – wertvolle Erkenntnisse gewinnen lassen. Unsere eigenen Analysen und die unabhängiger Experten bestätigen uns immer wieder: Krisen lassen sich nicht vorhersagen!

  • Wir haben Ihr Depot konsequent so ausgerichtet, dass es bestmöglich durch eine Krise kommt. Erfolgsrezept hierfür ist eine maximale Diversifikation, also die Streuung des Vermögens auf möglichst viele Wertpapiere. Dies schützt zwar nicht vor allgemeinen Marktrückgängen, minimiert aber zuverlässig darüber hinausgehende Verlustrisiken. 
  • Bei größeren Marktbewegungen lösen wir automatisch ein Rebalancing aus. D.h., wir stellen die ursprünglichen Anlagegewichte wieder her. Dies bedeutet insbesondere, dass wir bei stark gesunkenen Wertpapieren Anteile nachkaufen. Damit profitiert Ihr Portfolio von sich erholenden Kursen. Insbesondere aber wird die ursprüngliche Portfolioausrichtung wiederhergestellt, die ja in optimaler Weise Ihr individuelles Risikoniveau widerspiegelt und Sie vor unnötigen weiteren Wertschwankungen schützt (Stichwort Diversifikation).

Was können Sie tun?

  • Vor allem: Einen kühlen Kopf bewahren. Zwischenzeitliche Kursrückgänge sind nichts Ungewöhnliches. Sie werden auch in Zukunft auftreten, so wie auf gutes Wetter auch zukünftig wieder Regentage folgen werden. Trotzdem bleibt es richtig, sein Geld am Kapitalmarkt zu investieren.
  • Führen die Verluste bei Ihnen tatsächlich zu finanziellen Sorgen bzw. können Sie sich weitere Verluste nicht mehr leisten? Dann mag es sinnvoll sein, die Wahl Ihrer Strategie zu überprüfen. Die Beratungsstrecke auf unserer Homepage ist dafür konzipiert, Ihnen bei der Einschätzung des passenden Risikoniveaus zu helfen. Wir zeigen Ihnen dort, mit welchen Verlusten und Gewinnen Sie in unseren Strategien rechnen sollten.
  • Nicht hinschauen. Untersuchungen haben ergeben, dass Anleger umso schlechtere Renditen erwirtschaften, je häufiger sie ihr Depot kontrollieren und je mehr sie auf Kursänderungen reagieren. Es gilt weiterhin das Bonmot des legendären Investors André Kostolany, wonach man „Aktien kaufen und sich dann schlafen legen solle“. Und der extrem erfolgreiche Portfoliomanager Peter Lynch schlägt in dieselbe Kerbe, wenn er sagt, dass „Investoren deutlich mehr Geld durch das Vorbereiten auf Kurskorrekturen verloren haben als durch die Korrekturen selber“. Unsere Dienstleistungen für Sie sind so konzipiert, dass quirion sich um alles Notwendige in Ihrem Depot kümmert, damit Sie sich um Ihren Alltag kümmern können.
  • Schauen Sie nach vorne statt nach hinten. Wie können Sie Ihre zukünftige Rendite steigern? Die Reduktion der Kosten Ihrer Geldanlage gehört ziemlich sicher dazu. Sind Sie im Besitz teurer aktiver Fonds? Ein Markteinbruch ist eine gute Gelegenheit, solche Fonds loszuwerden, denn er reduziert mögliche Gewinnsteuern. Sind Sie voll investiert? Geld auf Ihrem Girokonto verliert langfristig garantiert an Wert, denn die Inflation nagt kontinuierlich an Bareinlagen. Ein Sparplan ist ein guter Weg, unkompliziert Geld anzulegen und er reduziert die Wahrscheinlichkeit, mit einer hohen Einmalanlage im falschen Zeitpunkt einzusteigen.

Hintergrundwissen zu Kurseinbrüchen

Wir haben in der folgenden Grafik die Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte seit 1971 dargestellt. Zweierlei lässt sich mit bloßem Auge erkennen. Erstens: Aktien steigen langfristig. Aus 1 € wurden von Anfang 1971 bis Mitte 2018, also innerhalb von 47 Jahren, 39 €. Dies entspricht einer stolzen jährlichen Rendite von 8,0 %. Wahr ist aber auch Zweitens: Aktien sind riskant, immer wieder schmolz das Vermögen schmerzhaft dahin. Erkennbar sind mit bloßem Auge die Finanzkrise (2008-2009, über 50 % Verlust), der Crash nach der Jahrtausendwende (2000 bis 2003, ebenfalls über 50 % Verlust) und die Durstphase in den 70er Jahren (1973 bis 1975, auch hier deutlich über 50 % Verlust). Zudem verstecken sich dramatische Tage und Wochen in dem Chart, beispielsweise die Woche vom 19. bis 23. Oktober 1987, in der Aktien in nur fünf Tagen 15 % an Wert verloren.

Die Grafik zeigt die Wertentwicklung des MSCI World inklusive Dividenden in DM/Euro. Kosten der Geldanlage sind nicht berücksichtigt. (Quelle: Bloomberg. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.)

Aktienmärkte sind riskant. Der durchschnittliche Verlust, den ein Anleger jedes Jahr zwischen Hoch- und Tiefpunkt des Marktes durchstehen muss, beträgt 18 %. Ungefähr einmal pro Jahr verlieren die Aktienmärkte über 5 % in nur einer Woche und in jedem dritten Jahr weist der Depotauszug am Jahresende einen Verlust aus. Diese Zahlen gelten, wohlgemerkt, für eine gut gestreute Anlage in den weltweiten Aktienmarkt, einzelne Aktien sind noch einmal deutlich riskanter. Aber nur weil Aktienmärkte riskant sind, erwirtschaften sie im langfristigen Mittel eine hohe Rendite.

Die wenigsten Anleger halten eine solche Achterbahnfahrt durch. Wer kann schon ehrlich von sich sagen,  Verlustphasen von 50, 60 % des Vermögens wegzustecken und trotzdem dabei gut zu schlafen? Die meisten Anleger können dies nicht, und genau deshalb bietet quirion neben einer reinen Aktienstrategie neun weitere Strategien an, bei denen die Wertschwankungen teilweise deutlich geringer sind.

Die Wertentwicklung nach Kurseinbrüchen

In der folgenden Tabelle haben wir uns die historischen Marktentwicklungen etwas genauer angeschaut. Pro Woche stieg der Markt im Durchschnitt um 0,17 %, allerdings eben nur im Durchschnitt: Die Wahrscheinlichkeit für eine positive Woche lag bei „nur“ 56 %, mit 44 % Wahrscheinlichkeit hingegen schloss eine Woche im Minus. Wie entwickelte sich der Markt, wenn er in der Vorwoche um mehr als 5 % gesunken war („Kurseinbruch“)? Die Antwort: Genauso. Die Rendite ist im Durchschnitt positiv, die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns größer als die eines Verlusts, aber sicher ist eine Markterholung keineswegs. Auf Jahressicht das gleiche Bild: Im Schnitt gab es 9,8 % Rendite.

War das Vorjahr schlecht, folgt im Folgejahr: Eine ähnlich hohe Rendite wie in allen Jahren. Es ist nämlich keineswegs so, dass es nach einem Kursrückgang „weiter abwärts geht“ und man aussteigen muss. Das Gegenteil ist richtig. Längerfristig – über 5 Jahre – ist die Rendite nach einem schlechten Jahr sogar etwas höher als im generellen Durchschnitt, und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von 83 % liegt man im Plus. Ein durchschnittliches Renditeplus von 63,1 % über fünf Jahre zeigt auf, wie attraktiv Aktienmärkte für Anleger sind, die mit den damit verbundenen Kursschwankungen umgehen können.

Renditen des MSCI World in Abhängigkeit von der vorherigen Entwicklung inklusive Dividenden in Euro. Kosten der Geldanlage sind nicht berücksichtigt. (Quelle: Bloomberg. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.)

Gewitzte Anleger mögen nun in Versuchung geraten, auf die ausgewiesenen Renditeunterschiede zu wetten: Also, kaufen nach einer schlechten Woche und auf eine Erholung setzen (1,13 % Rendite sind besser als 0,17 %) und verkaufen nach einem schlechten Jahr (7,5  % sind nicht so gut wie 9,8 % Rendite). Wir empfehlen dies nicht, denn wir haben unsere Ergebnisse an einem anderen Datensatz mit amerikanischen Renditen über einen Zeitraum von fast 100 Jahren überprüft: Die Renditeunterschiede lassen sich nicht bestätigen. Die Ergebnisse sind zu stark von statistischen Ausreißern und vom verwendeten Datensatz und Untersuchungszeitraum abhängig.

Tendenziell entwickeln sich Aktienmärkte jedoch nach Kurseinbrüchen überdurchschnittlich gut. Und ein robustes Ergebnis ist: In allen Untersuchungen – egal welche Handelsregel man aufstellt –  folgen im Durchschnitt nach einem untersuchten Ereignis positive Renditen. Sinkende Kurse lassen sich einfach nicht voraussagen! Wer aus dem Markt aussteigt, muss davon ausgehen, nachfolgende Kurserholungen zu verpassen. Dieses Verhalten des Marktes ist auch nur logisch, denn – wir erwähnten es bereits – Anleger wollen im Gegenzug für ihr eingegangenes Risiko mit einer positiven Rendite rechnen können. Dabei ist es dem Markt egal, ob Ihr persönliches Portfolio im Minus steht oder nicht. Der Markt schaut schlicht nach vorne und bewertet – meistens nüchtern, manchmal euphorisch, manchmal skeptisch – die Gewinnaussichten der Unternehmen.

Schlusswort

Schlechtwetterphasen gehören zum Investieren unweigerlich dazu. Nur wer dies akzeptiert, kann sein Vermögen langfristig erfolgreich vermehren. Auch wir als Ihr Vermögensverwalter müssen dies akzeptieren, so schwer auch uns das fällt. Hat es jedoch einmal „Klick gemacht“, hat dies auch etwas Befreiendes: Wir können dann unsere Zeit den Dingen widmen, die wir beeinflussen können. Bei quirion arbeiten wir an der effizienten und renditestarken Aufstellung Ihres Depots. Und auch Sie können sich wieder um Ihr Leben kümmern statt um Kurstabellen.

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