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Faktencheck: Darum sind die Vorwürfe der ETF-Kritiker unbegründet

Faktencheck: Darum sind die Vorwürfe der ETF-Kritiker unbegründet

Vor 41 Jahren ging in den USA der erste Indexfonds an den Markt, also ein Fonds, der die Entwicklung eines bestimmten Marktes – meist Aktien – 1:1 abbildet. Die Idee des prognosefreien Investierens hat sich mittlerweile zu einer grandiosen Erfolgsstory entwickelt. Jedes Jahr ziehen Anleger allein in den USA rund 150 Milliarden Dollar aus teuren, prognosegetrieben verwalteten – sogenannten „aktiven“ – Fonds ab und investieren sie in günstige indexorientierte Produkte, vor allem in ihrer börsengehandelten Variante ETF. Im Interesse seiner Kunden wirkt quirion an dieser Revolution mit.

Getreu dem Motto „viel Feind, viel Ehr“ melden sich zunehmend auch Kritiker, die auf angebliche Gefahren bei Indexfonds und ETFs hinweisen. Die Absender sind häufig auf Basis von Prognosen agierende Fondsmanager, die durch den Trend hin zu Indexfonds massiv an Einnahmen verlieren. Vor allem drei Vorwürfe hört man immer wieder:

„Zunehmend wird Kritik an ETFs laut - drei Vorwürfe wiegen dabei schwer.“

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Erster Vorwurf

Wenn alle Marktteilnehmer „gedankenlos“ über Indexfonds Aktien kaufen, dann spiegelt deren Kurs nicht mehr den fundamentalen, tatsächlichen Wert der im Index enthaltenen Unternehmen wider.

Diese Sichtweise gipfelte 2016 in einem Analysepapier des Fondsmanagers Inigo Fraser-Jenkins mit dem Titel „Passives Investieren ist schlimmer als Marxismus“. Die These: Der Aktienmarkt funktioniert nur, wenn Investoren Zeit und Geld in die Analyse von Unternehmen stecken, um sich eine Meinung zu deren fairen Werten zu bilden. Geschehe dies nicht, würden Unternehmen zu falschen Preisen gehandelt und somit auch in verzerrter  Weise Kapital erhalten. Die Folgen seien noch schlimmer als die zentrale Zuteilung von Ressourcen in sozialistischen Volkswirtschaften.

Die aktuelle Aufregung über die Analyse überrascht, denn das Thema wurde bereits 1980 vom Nobelpreisträger Joseph Stiglitz abschließend analysiert. Der geschilderte Fall ist nicht mehr als Theorie. Denn um für ein solches Szenario auf den Finanzmärkten zu sorgen, müssten alle Investoren ausschließlich Indexfonds halten. Schätzungen zufolge sind aktuell lediglich fünf Prozent des weltweiten Handelsvolumens auf Indexfonds zurückzuführen. Mit anderen Worten: 95 Prozent des Handels beruht immer noch auf prognosegetriebenem und damit teurem, spekulativem und im genannten Sinne überflüssigem Handel. Es ist schwer zu glauben, dass es zu echten Marktverwerfungen kommt, bevor diese Quote auf 50 Prozent oder sogar zehn Prozent gesunken ist.

Und selbst dann werden bereits einige prognosegetrieben handelnde Investoren ausreichend sein, um korrekte Preise zu bilden. Ein Vergleich macht’s deutlich: Die wenigsten von uns kontrollieren bei jedem Einkauf im Supermarkt jeden einzelnen Preis und vergleichen ihn mit allen relevanten Preisen bei der Konkurrenz. Trotzdem sind die Supermarkt-Preise ein fundamentales Ergebnis aus Angebot und Nachfrage. Es reicht aus, dass einige Kunden auf Schnäppchenjagd gehen und Preise minutiös vergleichen, damit diese ihr Gleichgewicht finden. Derartige Preisrecherchen aber von jedem Supermarkt-Einkäufer zu verlangen, wäre eine nutzlose Verschwendung von Ressourcen: Die Preise wären schlicht die gleichen.

Zweiter Vorwurf

Wenn alle Investoren sich an allen Unternehmen weltweit beteiligen (was zur Diversifikation von Anlagerisiken geboten ist), hat das Unternehmens-Management keinen Anreiz mehr, konkurrierende Unternehmen im Wettbewerb zu übertrumpfen. Die Aktionäre und damit die Besitzer eines Unternehmens wären ja gleichzeitig auch an den Konkurrenten beteiligt. So würden alle Unternehmen in einem gigantischen Kartell vor Wettbewerb geschützt.

Dieser Vorwurf ist ebenfalls abwegig, denn es gibt keine Hinweise darauf, dass sich die Vertreter von ETFs und Indexfonds weniger investorenfreundlich verhalten als die Vertreter der klassischen Fondsindustrie. Studien deuten – wenn überhaupt – auf eine Verbesserung der Manageraufsicht hin.

Dritter Vorwurf

Indexinvestments mögen in Zeiten steigender Märkte funktionieren, Investoren werden aber beim nächsten Aktiencrash aus diesen Produkten flüchten und zu aktiv gemanagten Konzepten zurückkehren. Das momentan umgehende Gespenst „Indexfonds“ sei eine Blase und werde sich wieder verflüchtigen – und zwar mit einem großen, krisenbegünstigenden Knall.

Auch dieser Vorwurf ist weit überzogen. Zwar ist es richtig, dass Indexfonds parallel mit dem Markt in einer Krise an Wert verlieren werden. Das macht ja gerade einen Indexfonds aus, dass er den Markt exakt nachbildet, auch in Abwärtsphasen. Falsch ist jedoch die Behauptung, dass prognosegetriebene Strategien in einer Krise durchweg besser als der Markt abschneiden würden. Mathematisch zwingend kann nämlich nur jede zweite Prognose richtigliegen: Einem (in diesem Fall korrekten) Verkaufstipp steht zwingend immer eine (in diesem Fall falsche) Kaufmeinung entgehen, denn bei jeder Börsentransaktion gibt es sowohl Käufer als auch Verkäufer. Jedem Fondsmanager mit überdurchschnittlicher Rendite steht ein anderer mit unterdurchschnittlicher Rendite gegenüber. Auch in der Krise verlangen beide Seiten für ihre Prognosen, die sich regelmäßig nicht besser als ein Münzwurf herausstellen, hohe Gebühren. Auch in ungünstigen Marktphasen bleibt es also richtig, dass Indexfonds auf Grund ihrer extrem niedrigen Kosten die durchschnittliche Nach-Kosten-Rendite prognosegetriebener Strategien übertreffen werden.

Manche mögen den Sozialismus für eine gute Idee gehalten haben, in der Realität hat er sich jedoch nicht bewährt. Bei Indexfonds ist es umgekehrt: Mit theoretischen Gedankenspielen lassen sich hier vielleicht Sorgen schüren, in der Realität hingegen ist die Erfindung dieser kostengünstigen Produkte das Beste, was Anlegern passieren konnte. Das bedeutet aber nicht, dass es im Segment ETFs und Indexfonds nur gute Produkte gibt. Allein an der Börse Xetra können Anleger inzwischen aus mehr als tausend ETFs wählen. Eine professionelle Produktauswahl, wie sie quirion seinen Kunden automatisch bietet, ist also absolut unerlässlich.

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