Hype um Dividenden: Es geht wieder los!

Hype um Dividenden: Es geht wieder los!

Mit Dividenden ein stabiles Nebeneinkommen erzielen oder über Kennzahlen wie die Dividendenrendite zielsicher attraktive Aktien auswählen: Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und ist es auch.

„Mit diesen Aktien sofort hohe Dividenden kassieren“, „Die besten Dividenden-Aktien 2026: das ganze Jahr über Cash aufs Konto“: Dividenden sind gerade wieder ein großes Thema, wie immer um diese Zeit. Von etwa März bis in den Mai halten die meisten Unternehmen in Deutschland ihre Hauptversammlung ab. Anschließend schütten sie die Dividenden aus.

Dividenden können durchaus eine attraktive Einnahmequelle sein. Die Berichterstattung über Aktien mit hohen Ausschüttungen oder über spezielle Dividendenstrategien verleitet jedoch oft zu Fehlschlüssen. Und dazu, dass Anlegerinnen und Anleger unnötige Risiken eingehen.

Der Traum vom „passiven Einkommen“
Die Aussicht auf eine Auszahlung klingt für manche greifbarer als die mehr oder weniger vage Hoffnung auf künftige Kurssteigerungen. Dabei gibt es Dividenden nicht einfach „on top“ zu Kursgewinnen. Dividenden beteiligen an den Gewinnen eines Unternehmens. Die Ausschüttung schmälert den Unternehmenswert. Deshalb sinkt der Kurs um den Ausschüttungstag herum in der Regel ungefähr um den Dividendenbetrag.

Darüber hinaus: Zwar gibt es Unternehmen, die über Jahrzehnten regelmäßig Dividenden zahlen. Trotzdem ist nie garantiert, dass das so bleibt. Unternehmen können Dividenden jederzeit kürzen oder ganz ausfallen lassen. Manchmal zahlen Unternehmen zwar selbst dann hohe Dividenden, wenn sich die Ertragslage verschlechtert. Doch das zehrt an der wirtschaftlichen Substanz – schlecht für den Aktienkurs und damit für die Renditechancen derAktionärinnen und Aktionäre.

Die Dividendenrendite: eine trügerische Kennzahl
Dividendensagen also nicht unbedingt etwas über die Qualität von Aktien aus. Das gilt nicht nur für deren absolute Höhe. Sondern auch für Kennzahlen wie die Dividendenrendite, die manche als Kriterium für die Aktienauswahl nutzen. Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum aktuellen Kurs. Dazu ein Rechenbeispiel:

  • Unternehmen A schüttet 5 € Dividende je Aktie aus. Der Kurs liegt bei 500 €. Damit beträgt die Dividendenrendite 1 % (Rechnung: 5 / 500 × 100).
  • Unternehmen B zahlt 2 € Dividende. Der Kurs liegt bei 100 €. Damit beträgt die Dividendenrendite 2 % (Rechnung: 2 / 100 × 100).

Bei der Dividendenhöhe liegt also Unternehmen A weit vorne. Bei der Dividendenrendite das Unternehmen B. Das klingt erst mal so, als hätte man etwas Interessantes herausgefunden. Über das künftige Ertragspotenzial der Aktien sagen jedoch beide Werte nichts aus. Der Vergleich ist bloß eine in die Vergangenheit gerichtete Momentaufnahme.

Man könnte nun nachschauen, wie sich die Dividendenrendite des Unternehmens B entwickelt hat. Doch das ist nicht vielaussagekräftiger. Die Dividendenrendite steigt, wenn die Dividende erhöht wird. Aber auch dann, wenn der Kurs bei gleichbleibender Dividende fällt.

Erfolgreicher mit Dividendenstrategien?
Nachmöglichst aussichtsreichen Aktien suchen, um den Anlageerfolg wahrscheinlicher zu machen – so verständlich der Wunsch ist, führt er doch immer wieder aufs Glatteis. Ein Vergleich von Dividenden-Indizes mit dem MSCI World zeigt: Die Auswahl über Dividenden und Dividendenrenditen verschafft in der Regel keinen Vorsprung vor dem breiteren Markt.

Zumindest teilweise lässt sich das auf die unterschiedliche Dividendenpolitik in einzelnen Branchenzurückführen. Traditionell weisen beispielsweise Firmen aus den Sektoren Energieversorgungund Telekommunikation vergleichsweise hohe Dividendenrenditen aus, Wachstumswerte aus dem Technologiesektor dagegen eher geringe. Doch gerade diehaben in den vergangenen Jahren eine herausragende Performance gezeigt.

MSCI World und Dividenden-Indizes im Vergleich

Das grundsätzliche Problem mit „Filtern“
Manche geben zwar zu, dass Kriterien wie die Dividendenhöhe oder die Dividendenrendite für die Aktienauswahl nicht ausreicht. Trotzdem sind sie überzeugt, dass man solche Kennziffern bloß mit anderen kombinieren muss, um attraktive Aktien aus der Masse herauszufiltern. Das Problem: Je mehr Filter man nutzt, desto weniger Unternehmen kommen für die Geldanlage infrage. Damit wiederum wachsen die Risiken.

Die Finanzmarktforschung hat immer wieder gezeigt, dass sich Marktentwicklungen nicht verlässlich vorhersagen lassen. Den breiten Markt durch eine gezielte Auswahl von Wertpapieren zu schlagen, ist reine Glückssache – und damit viel zu riskant. Statt die Auswahl einzuschränken, ist es viel sinnvoller, auf eine möglichst systematische Diversifikation zu setzen. Auf diese Weise nutzt man die Renditechancen der Aktienmärkte, ohne unnötige Risiken einzugehen.


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