Die Reaktionen der Märkte auf den Iran-Krieg führen wieder einmal vor Augen, wie schnell bei den Kursen die Richtung drehen kann. Selbst wenn die Kurse in solchen Krisen vorübergehend stärker schwanken: Die Grundsätze für die langfristige Geldanlage ändern sich dadurch nicht.
Das Schema ist schon bekannt: Massive Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran haben Anfang April die Öl- und Gaspreise in die Höhe schießen lassen. Kurz vor Ablauf des verlängerten Ultimatums dann erst mal wieder Entwarnung: Die Nachricht über eine 14-tägige Waffenruhe ließ die Öl- und Gaspreise wieder abstürzen und beflügelte die Aktienkurse. Der DAX zum Beispiel gewann innerhalb eines Tages mehr als fünf Prozent.
Wie lange die Feuerpause hält und ob die Friedensverhandlungen zu einem positiven Ergebnis kommen, ist ungewiss. Schon kurz nach den Berichten über den Waffenstillstand mehrten sich rasch wieder die Zweifel, dass der Konflikt nun schnell beigelegt wird.
Jede Eskalation heizt die Energiepreise an
Seit der Iran-Krieg Ende Februar ausgebrochen ist, stehen Angriffe und Drohungen gegen Energieinfrastruktur in Nahost im Fokus der Märkte. Vor allem die Straße von Hormus: Durch diese Meerenge exportieren Saudi-Arabien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak den größten Teil ihres Rohöls. Außerdem nutzt Katar als einer der weltgrößten Exporteure auch für Flüssiggas (LNG) hauptsächlich diesen Weg. Ausweichmöglichkeiten gibt es kaum.
Eine Normalisierung des Transportverkehrs wird selbst im günstigsten Fall nicht über Nacht erfolgen, sondern wird sich über mehrere Wochen oder sogar über Monate hinziehen. Zum einen, weil sich Hunderte Schiffe vor der Meerenge stauen und die Passage wegen Seeminen gefährlich bleibt. Zum anderen, weil die Förderinfrastruktur in den Golfstaaten teilweise durch Kriegsschäden beeinträchtigt ist.
Hauptabnehmer für das durch die Straße von Hormus transportierte Öl und Gas sind zwar Länder in Asien. Aber die Auswirkungen sind trotzdem weltweit zu spüren. Jede Eskalation des Konflikts lässt immer wieder die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft steigen. Auf solche Bewegungen reagieren wiederum die internationalen Aktienmärkte sehr sensibel. Sollten die Preissteigerungen sich hartnäckig halten und die Inflation spürbar erhöhen, würde das die Wirtschaft bremsen.

Nicht unter Handlungsdruck setzen lassen
Wenn die Kurse stärker in Bewegung sind, fühlt man sich als Anlegerin oder Anleger oft unter einem gewissen Handlungsdruck: Muss ich reagieren? Und wie? Verstärkt wird die Verunsicherung durch das mediale „Dauerfeuer“. Der Iran-Krieg war noch keine 24 Stunden alt, da kursierten gleich Spekulationen, welche Aktien besonders unter dem Konflikt leiden und welche davon profitieren. Wie das immer in solchen Situationen passiert.
Ob in Krisen, in ruhigen Marktphasen oder wenn die Kurse stark steigen: Eine Strategie sollte jederzeit so aufgestellt sein, dass Renditechancen und Risiken in einem möglichst optimalen Verhältnis stehen. Denn niemand kann in die Zukunft sehen und die kurz- oder mittelfristige Entwicklung verlässlich vorhersagen, auch keine Expertin und kein Experte.

Eine Strategie für alle Fälle
Geldanlage an den Aktienmärkten sollte langfristig ausgerichtet sein. Denn langfristig geht es an den Aktienmärkten aufwärts. Das liegt an dem fundamentalen Zusammenhang mit der Weltwirtschaft, die prinzipiell auf Wachstum ausgelegt ist. Daran hat sich durch die jüngsten Entwicklungen nichts verändert.
Zu Krisen kommt es immer wieder. Bloß weiß niemand, wann genau und wie lange diese Phasen dann dauern. Was man aber weiß: Den optimalen Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg zu treffen, geht in den allermeisten Fällen schief. Denn den optimalen Zeitpunkt kennt man immer erst im Rückblick. Wer übereilt aus dem Markt aussteigt, macht möglicherweise aus einem vorübergehenden Minus im Depot einen realen Verlust. Und wenn die Märkte wieder nach oben drehen, ist die Frage: Wann traut man dem Trend und steigt wieder ein? Daran scheitern die meisten. Schnell sind Renditechancen verpasst.
Unnötig hohe Risiken gehen auch diejenigen ein, die in solchen Situationen gezielt bestimmten Branchen oder Regionen ausweichen und andere höher gewichten. Nicht nur der allgemeine Markttrend, auch Favoriten können an den Börsen schnell wechseln. Ratsam ist deshalb, das Portfolio jederzeit so breit wie möglich aufzustellen.
Unser globales ETF-Portfolio ist nach wissenschaftlichen Kriterien diversifiziert. Dadurch soll ein möglichst optimales Verhältnis von Renditechancen und Risiken gewährleistet werden. Mit einem solchen Portfolio lassen sich Anlegerinnen und Anleger nicht auf waghalsige Spekulationen ein. Und können in jeder Marktsituation gelassen bleiben. Auch in der aktuellen: Während viele große Börsenindizes von Jahresbeginn bis tief in den März unter dem Strich ein Minus verzeichneten, lag unser Aktienportfolio in diesem Zeitraum noch leicht im Plus (Stand jeweils 30.3.26).
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