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Das etwas andere Virus

Das etwas andere Virus

Seit etwa 8 Monaten stehen sowohl die konjunkturellen Perspektiven als auch die Entwicklung an den Kapitalmärkten im Schatten der Corona-Krise. Wenn wir an den Anfang dieser Zeitspanne zurückblicken, lag der Fokus dabei vor allem auf der Konjunktur in China – dem geografischen Ausgangspunkt des Virus.

Die Logik lag damals auf der Hand: Zu Beginn der Pandemie war vor allem China betroffen, damit auch in erster Linie dessen Wirtschaft – immerhin die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

In den letzten Wochen und Monaten ist es dann etwas still geworden in Bezug auf die Berichterstattung über die wirtschaftliche Entwicklung im Reich der Mitte. Dabei hat die Relevanz der Frage nach der konjunkturellen Lage Chinas nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt. Eher im Gegenteil: Je mehr auch der Rest der Weltwirtschaft in den letzten Monaten in den Abwärtssog des Coronavirus geriet, desto entscheidender wurde die Frage, inwieweit sich China möglicherweise schon wieder auf dem Weg der (konjunkturellen) Besserung befindet.

Denn die Weltwirtschaft wurde massiv in Mitleidenschaft gezogen (siehe Grafik). Ein Blick auf die BIP-Zahlen zeigt: Schon im 1., vor allem aber im 2. Quartal des Jahres ging die Wirtschaftsleistung in allen Industrieländern massiv zurück – in Deutschland um fast 10 % im 2. Quartal verglichen mit dem (auch schon schwachen) Vorquartal. Ähnlich schwache Daten waren auch in den USA, der Euro-Zone als Ganzes und in Japan zu verzeichnen. Zur gleichen Zeit (2. Quartal) wuchs die Wirtschaft in China schon wieder um mehr als 11 % und damit überaus kräftig. Folglich hat sich damit die als erste von der Corona-Rezession betroffene Volkswirtschaft auch zuerst wieder erholt.

Laut jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte China nicht nur in diesem, sondern auch im kommenden Jahr konjunkturell die Nase vorn haben (siehe Grafik).

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Dies ist eine rein ökonomische Betrachtung. China ist ein autoritärer Staat, der es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt – und das ist extrem vorsichtig formuliert. Allerdings wehre ich mich entschieden gegen Töne, die man hier und da (z. B. aus dem Mund des amerikanischen Präsidenten) über die wirtschaftliche Erholung Chinas hört. Nämlich – sinngemäß – wie rücksichtslos in China (immerhin dem Ursprungsort der Pandemie!) schon wieder auf Kosten des Westens die heimische Wirtschaft angekurbelt wird.

Unqualifizierter könnte das Fazit kaum ausfallen. Die gesamte Weltwirtschaft – allen voran die Exportnation Deutschland und auch die USA – profitiert derzeit von der schon wieder recht kräftigen Wachstumsentwicklung in China. Der Welthandel ist und bleibt kein Nullsummenspiel, im Gegenteil: Wachstum in Asien geht nicht zu „unseren Lasten“, sondern sorgt vielmehr für wieder vollere Auftragsbücher der Firmen hierzulande. Um es auf den Punkt zu bringen: China rettet gerade die Weltkonjunktur.

Und das schon lange nicht mehr in Form der vielzitierten „Werkbank der Welt“, sondern längst auch mit einem signifikanten Anteil bei Zukunftstechnologien sowie bei erneuerbaren Energien oder der Batterietechnik – mit Aussicht auf nachhaltigen Erfolg also (im wahrsten Sinne des Wortes). Hier einige beeindruckende Zahlen dazu: Schon jetzt ist China in vielen klimarelevanten Technologien Marktführer, es produziert 72 % der Solarmodule, 69 % der Lithiumbatterien und 45 % der Windanlagen weltweit.

Ein zweites Missverständnis (diesmal aus Anlegersicht) könnte die Einschätzung sein, dass es nun darum ginge, kräftig in chinesische Aktien zu investieren. Das wäre allerdings eine außerordentliche Spekulation – denn nach wie vor macht der für ausländische Investoren zugängliche Teil des chinesischen Aktienmarktes erst 6 % der weltweiten Börsenmarktkapitalisierung aus. Aber in dieser Gewichtung gehört eben auch der Aktienmarkt des Reichs der Mitte in ein breit diversifiziertes internationales Aktienportfolio. Nicht nur, aber auch weil es derzeit tatsächlich ein Virus in China gibt, von dem man sich nur wünschen kann, dass es die Welt ansteckt – nämlich das chinesische „Wachstumsvirus“.

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