Aktien von Chip-Herstellern haben mit ihrer Performance lange herausgestochen. Doch mit hohen Erwartungen und Bewertungen wächst die Gefahr von Enttäuschungen und Rückschlägen. Wie man langfristig von Renditechancen profitiert, ohne unnötige Risiken einzugehen.
Es gibt nicht so viele Aktien auf der Welt, die einen Börsenwert von über einer Billion US-Dollar auf die Waage bringen. Anfang Mai waren es 12, Mitte Juni dann schon 15. Dabei stellte der Chipsektor mit Samsung, Micron Technology, SK Hynix einen Großteil der Neuzugänge. Chipentwickler Nvidia steigerte in dieser Zeit seine Marktkapitalisierung weit über die Fünf-Billionen-Dollar-Marke und vergrößerte seinen Abstand als Börsenschwergewicht Nummer eins nochmal erheblich. Einziger Absteiger aus der Gruppe der Billionenunternehmen in diesem Zeitraum war Walmart, eine Warenhauskette.
Der Boom bei Halbleiteraktien ist eng mit der Verbreitung Künstlicher Intelligenz (KI) verbunden. Der massive Ausbau der KI-Infrastruktur trifft auf ein begrenztes Chipangebot. KI-Rechenzentren benötigen Prozessoren, Speichermodule und Netzwerkkomponenten im ganz großen Maßstab. Das heizt Spekulationen und damit die Kurse an. Die Erwartungen sind hoch.

Ambitionierte Erwartungen
Wie immer, wenn besonders hohe Erwartungen in den Kursen stecken, wächst die Anfälligkeit für Enttäuschungen. Das ließ sich im Juni wieder beobachten. Broadcom, ein weiterer Chiphersteller aus dem Billionen-Dollar-Club der Börsenschwergewichte, legte Ergebnisse vor. Das Unternehmen lieferte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zwar beeindruckende Zahlen für das zweite Quartal. Doch die Prognose für das dritte Quartal fiel schwächer aus als viele Analysten prognostiziert hatten. Es folgte ein Kurseinbruch, der den gesamten Sektor in Mitleidenschaft zog. Und wegen dessen hohem Börsengewicht den gesamten Markt drückte.
Kurze Zeit später war es der Halbleiterproduzent SK Hynix, auf den ein Kursrutsch im Chipsektor zurückgeführt wurde. Medien berichteten, dass sich das Unternehmen stärker auf die Produktion konventionellerer Chips verlagern wolle. Das nährte Zweifel an der künftigen Gewinndynamik – von SK Hynix, aber auch von anderen. So manche(r) fragt sich, ob für die Halbleiteraktien noch Luft nach oben ist oder ob bald wieder andere Aktien in den Vordergrund rücken.
Der Markt rotiert
Ob nun einzelne Sektoren oder einzelne Regionen: An den Märkten wechseln öfter einmal die Favoriten. Emerging Markets galten schon als „aus der Mode“, bevor sie sich ausgerechnet im vergangenen Jahr, in dem Trumps Zollkeule die Schlagzeilen beherrschte, eindrucksvoll zurückmeldeten.
Auch in diesem Jahr gab es schon mehrere „Rotationen“. Anfang des Jahres beispielsweise machte an der Wall Street der sogenannte „AI Scare Trade“ die Runde. Es verbreiteten sich Spekulationen, dass KI zahlreiche Geschäftsmodelle untergraben könnte. Vorübergehend waren deshalb unter anderem Unternehmen aus dem Bereich Basiskonsumgüter begehrt, die ansonsten eher als „langweilig“ gelten. Die Welle wurde schnell wieder von einer neuen abgelöst.
Je „trendiger“, desto riskanter die Geldanlage
Große Kurssprünge machen Schlagzeilen. Viele fragen sich dann, ob und wie sie von solchen Trends profitieren können. Doch wer auf kurzfristige Trends vertraut, setzt den langfristigen Vermögensaufbau aufs Spiel.
Der Halbleitersektor beispielsweise ist für sein zyklisches Auf und Ab bekannt. Bei Angebotsengpässen steigen die Preise. Die Produktionskapazität zu erhöhen, kann Jahre dauern. Ist der Engpass beseitigt, kommt es schnell zum Überangebot. In diesem Zusammenhang ist oft von einem „Schweinezyklus“ die Rede. Davon spricht man, wenn das Angebot nicht kurzfristig an die aktuelle Nachfrage angepasst werden kann. Der Ökonom Arthur Hanau beschrieb das Phänomen 1928 erstmalig für den Agrarsektor, daher der Name.
Orientierung am Anlageziel
Bei der Geldanlage ist es ratsam, sich nach dem persönlichen Anlageziel zu richten – und nicht nach der Nachrichtenlage oder aktuellen Kursentwicklungen. Für den langfristigen Vermögensaufbau zählt eine möglichst breite Streuung. Nur darüber lassen sich Renditechancen und Risiken in ein möglichst optimales Verhältnis bringen.
Das globale ETF-Portfolio von quirion ist nach wissenschaftlichen Kriterien diversifiziert. Dabei spielt die Marktkapitalisierung eine große Rolle. Weil das so ist, profitiert das Portfolio auch von den steigenden Kursen im Halbleitersektor mit seinem wachsenden Börsengewicht. Allerdings zählt für dieses Portfolio nicht nur die Marktkapitalisierung. Insgesamt berücksichtigen die Anlagestrategen sechs Renditefaktoren bei der Auswahl und Kombination der ETFs im Portfolio. So werden unnötige Risiken vermieden.

Eigene Schwerpunkte setzen
Die eine oder der andere ist von einem Anlagethema aber vielleicht besonders überzeugt. Und möchte abseits des Kerninvestments eigene Schwerpunkte setzen. Selbst dann jedoch ist es ratsam, sich nicht auf einzelne Aktien oder stark fokussierte Themenfonds zu konzentrieren.
In unseren Themenportfolios kombinieren wir ausgewählte ETFs, um so die Streuung zu erhöhen. Die Bandbreite der Anlagethemen reicht vom „Cloud Computing“ bis zu „Neuen Energien“. Auch für „Halbleiter“ und „Künstliche Intelligenz“ haben wir jeweils ein Themenportfolio zusammengestellt.
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