Nach SpaceX sind mit Anthropic und OpenAI schon weitere Mega-Börsengänge in Vorbereitung. Die dürften dem Tech-Sektor nochmals zusätzliches Gewicht an den Märkten geben. Was das für die Geldanlage bedeutet, erklärt Philipp Dobbert, Leiter der Vermögensverwaltung bei quirion und der Quirin Privatbank.
Der Börsengang von SpaceX war mit Abstand der größte der Geschichte. Manche Indexanbieter haben vorab sogar ihre Regeln geändert, um eine schnellere Aufnahme der Aktie zu ermöglichen. Welche Folgen hat das nun für Anlegerinnen und Anleger?
Die Folgen sind nicht so gravierend, wie man angesichts der Berichterstattung vielleicht denken könnte. Für die Gewichtung in Indizes zählt in der Regel nur der Streubesitz, der sogenannte Free Float. Lediglich rund 4 bis 5 Prozent aller SpaceX-Aktien sind an der Börse frei handelbar. Der Rest liegt vorerst bei Elon Musk und strategischen Investoren.
Es hat natürlich einen faden Beigeschmack, dass einige Indexanbieter vor dem Börsenstart der Aktie die Regeln verändert haben. Die Nasdaq beispielsweise hat den Streubesitz einfach rechnerisch verdreifacht, um die Aktie schneller in ihre Indizes aufnehmen zu können. Zwar müssen ETFs, die sich an diesen Indizes orientieren, dann entsprechend handeln. Doch selbst im Nasdaq-100 liegt das Gewicht von SpaceX wegen des geringen Free Floats nur bei einem Wert von schätzungsweise rund einem Prozent.
Größere Bedeutung wird es haben, wenn die Aktie irgendwann auch in den S&P 500 aufgenommen wird. Das wird aber dauern, denn S&P hat die Regeln nicht verändert. SpaceX muss unter anderem mindestens 12 Monate an der Börse gelistet sein – und profitabel werden.
Einige haben die Regeln vermutlich deshalb angepasst, weil gleich mehrere große Börsengänge aus dem KI-Umfeld erwartet werden, etwa von Anthropic und OpenAI. Damit wird die Bedeutung des ohnehin dominierenden Tech-Sektors wohl weiter steigen. Ist die wachsende Konzentration ein Risiko?
Über die Börsengänge von Anthropic und OpenAI kann man aktuell noch wenig sagen. Dazu sind zu wenig Details bekannt. Natürlich wird schon fleißig spekuliert. Und es stimmt, dass der Tech-Sektor bereits sehr lange viel Aufmerksamkeit und Geld auf sich zieht. Die Kurse spiegeln ambitionierte Erwartungen.
Allerdings: In den Medien klingt es oft so, als ob es nun das erste Mal wäre, dass sich Investoren stark auf Aktien aus bestimmten Sektoren oder Ländern konzentrieren. Dabei kommt das häufiger vor. Vor der Finanzkrise beispielsweise war der Bankensektor der große Favorit. Vor der Asienkrise waren es die Emerging Markets.
Das klingt nun so, als könnte der Tech-Sektor im Fokus der nächsten Krise stehen…
Bei einem Kurseinbruch leiden höchstwahrscheinlich die Aktienkurse am meisten, die zuvor am stärksten gestiegen sind. Und wir betonen immer wieder: Der nächste Crash kommt bestimmt.
Allerdings weiß man nie, wann genau es zu Rückschlägen kommt. Warnungen vor einer Tech-Blase kursieren seit Jahren. Es gab zwischenzeitlich Rückschläge, aber dann sind die Kurse weiter gestiegen.
Was bedeutet das für die Anlagestrategie?
Dass man jederzeit breit diversifizieren und sich nicht auf Spekulationen einlassen sollte. Wer den Tech-Sektor aus Angst vor möglichen Kurseinbrüchen gemieden hat, hat erhebliche Renditechancen verpasst. Niemand weiß im Vorhinein, welche einzelnen Aktien, Branchen und Länder die Gewinner oder Verlierer von morgen sein werden.
Wir halten unsere Anlagestrategie prognosefrei. Ziel unseres globalen ETF-Portfolios ist ein dauerhaft optimales Verhältnis von Chancen und Risiken. Statt auf Prognosen stützen wir uns deshalb auf eine wissenschaftlich fundierte Diversifikation, wobei wir sechs Renditefaktoren berücksichtigen.
Ist auch SpaceX im globalen ETF-Portfolio?
Ja. Allerdings hat SpaceX aktuell nur ein Gewicht von weniger als 0,1 Prozent. Unser globales ETF-Portfolio enthält aktuell rund 10.000 Aktien aus über 70 Ländern. Mit einem so systematisch diversifizierten Portfolio nutzen Anlegerinnen und Anleger Renditechancen, ohne unnötige Risiken einzugehen.
Natürlich läuft es nicht immer wie am Schnürchen. Man braucht Geduld und einen langfristigen Anlagehorizont. Aktien beteiligen an der Wirtschaft und die ist prinzipiell auf Wachstum ausgelegt. Deshalb geht es langfristig und im Schnitt an den Märkten nach oben.
Wie du mit uns Vermögen aufbaust, erfährst du hier.
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