Einmalanlage vs. Sparplan: Wovon hängt die Entscheidung ab?
Die Entscheidung zwischen einem einmaligen Kauf von ETFs oder einem Sparplan ist eng mit deiner finanziellen Ausgangsposition verknüpft. Grundsätzlich gilt: Sobald du eine größere Geldsumme zur freien Verfügung hast und länger nicht benötigst, spricht nichts dagegen, diese gleich in voller Höhe zu investieren. Dabei stoßen viele Anlegerinnen und Anleger allerdings auf eine gewisse Hemmschwelle.
Schauen wir uns die beiden Möglichkeiten Einmalanlage und Sparplan einmal genauer an.
ETFs kaufen: die Einmalanlage
Bei einer ETF-Einmalanlage investierst du einmalig einen beliebigen Betrag in einen oder mehrere ETFs. Üblicherweise handelt es sich bei diesem Einmalbetrag um eine größere Summe, die du in den nächsten Jahren nicht benötigen wirst. Eine Einmalanlage macht also vor allem für Anlegende Sinn, die bereits über eine bestimmte Vermögenssumme zur freien Verwendung verfügen und diese am Kapitalmarkt investieren möchten.
Der richtige Einstiegszeitpunkt
Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das Investment beschäftigt Anlegerinnen und Anleger, die einmalig investieren, besonders. Viele fürchten sich vor Kursverlusten kurz nach ihrem ETF-Kauf. Dabei solltest du nie außer Acht lassen: Letztlich ist es bisher mit der Weltwirtschaft langfristig immer nach oben gegangen, auch wenn dieses Wachstum zwischendurch von Krisen unterbrochen worden ist. Niemand kennt im Voraus den optimalen Einstiegszeitpunkt. Das Wichtigste ist überhaupt einzusteigen!
Das hilft gegen die psychologische Hemmschwelle
Eine große Summe auf einmal zu investieren, kann sich im ersten Moment befremdlich anfühlen. Wenn du merkst, dass du aufgrund dieser Hemmschwelle dein Investment immer wieder hinauszögerst, hilft folgender Tipp: Teile dein Investment in 2–3 Tranchen auf. Diese Teilsummen investierst du mit einem Abstand von jeweils einem Monat. Wichtig ist dabei, dass du auch wirklich an deinen festgelegten Terminen investierst – lasse dich unter keinen Umständen von aktuellen Kursen davon abbringen!
Zögere nicht zu lange: Teile dein Investment nicht auf einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten auf. Studien belegen, dass du durch eine solche Streckung des Investments auf zu viel Rendite verzichtest, die du mit einer sofortigen Geldanlage erhalten hättest. Diesen Verlust nennt man Opportunitätskosten.
Beim Investieren gilt generell der Grundsatz: Der beste Einstiegszeitpunkt ist immer jetzt. Untersuchungen haben das auch belegt. Je länger du investiert bist, desto höher ist deine Renditechance. Je weiter der Einstiegspunkt aber zeitlich nach hinten geschoben wird, desto länger bist du nicht investiert. Im Börsenjargon ausgedrückt: „Time in the market beats timing the market” - übersetzt heißt das: „Zeit im Markt schlägt Markt-Timing“.
Was passiert, wenn ich zum „falschen Zeitpunkt” investiere?
In der Geschichte haben sich die Kapitalmärkte nach jeder Krise wieder erholt. Nach spätestens 15 Jahren wärst du selbst zum ungünstigsten Einstiegszeitpunkt der Geschichte wieder im positiven Bereich gewesen und hätten angefangen, Rendite zu erwirtschaften. Die langfristige Rendite eines breit diversifizierten Aktien-ETF-Portfolios lag in der Vergangenheit im Durchschnitt zwischen 7 % und 8 % jährlich.
Für die Wertentwicklung deines Portfolios ist unerlässlich, dass du konsequent investiert bleibst. Buy and hold lautet hier also die Devise. Wenn du dein Geld aus dem Portfolio holst, weil sich die Kurse negativ entwickeln, verkaufst du nicht nur mit Verlust, sondern verpasst zusätzlich die steigenden Märkte, die in der Geschichte noch immer auf jede Finanzkrise gefolgt sind.
Zinseszinseffekt – der “Renditeturbo”
Beim einmaligen Investment eines höheren Geldbetrages kann der sogenannte Zinseszinseffekt sofort wirken. Dieser entsteht, wenn die erwirtschafteten Erträge wieder veranlagt werden und dabei selbst neue Gewinne generieren. Bei thesaurierenden (wieder anlegenden) ETFs geschieht dies automatisch. Im Falle eines ausschüttenden ETFs müssten die erzielten Gewinne manuell wieder reinvestiert werden.
Vor- und Nachteile einer Einmalanlage
Sofort mit dem Geld in den Kapitalmarkt zu gehen, bringt in erster Linie Vorteile mit sich:
- Renditeturbo: Der Zinseszinseffekt greift bei der Einmalanlage von Anfang an auf einen höheren Geldbetrag. Historisch betrachtet werfen sofortige Investments deshalb die besten Renditen ab.
- Bequem: Einmal investiert, arbeitet dein Geld für dich und bis auf einen gelegentlichen Check, ob deine Anlage noch zu deinem Profil passt, musst du nichts weiter mehr tun.
- Große Auswahl: Du kannst aus technischer Sicht mit einem einmaligen Investment jeden ETF kaufen, den dein Broker oder deine Bank anbietet. Die Auswahl an sparplanfähigen ETFs ist meistens geringer.
Wenn du also eine bestimmte Geldsumme zur Verfügung hast, solltest du diese so bald wie möglich investieren, wenn du investieren kannst:
- Voraussetzungen: Für eine Einmalanlage solltest du das anzulegende Geld in den nächsten Jahren nicht anderweitig benötigen.
- Psychologische Hemmschwelle: Das Investieren einer hohen Summe kann dazu führen, dass du einen möglichst günstigen Einstiegszeitpunkt abwarten willst. Wer am Kapitalmarkt mit einer Einmalanlage investieren will, muss diese Hemmschwelle überwinden, z.B. mit folgendem Argument: Niemand kann den günstiges Einstiegszeitpunkt vorhersagen. Deshalb ist der richtige Zeitpunkt einzusteigen immer jetzt. Bei späterem Einstieg entstehen möglicherweise Opportunitätskosten (verpasste Renditen und Kaufkraftverluste durch die Nichtanlage).
- Kosten: Bei einer Einmalanlage entstehen unter Umständen zunächst höhere Kosten als bei einer Sparplanausführung. Dies inkludiert die Produktkosten für ETFs, Transaktionskosten und Ordergebühren.
Regelmäßig investieren: der ETF-Sparplan
Ein ETF-Sparplan eignet sich hervorragend für Menschen, die sich langfristig ein Vermögen aufbauen und für die Zukunft vorsorgen möchten. Es handelt sich dabei um einen Dauerauftrag, mit dem du regelmäßig in dein ETF-Portfolio investierst. Einmal eingerichtet, führt der ETF-Sparplan automatisch die Käufe in der von dir gewählten Höhe aus. Da es besonders in turbulenten Marktphasen wichtig ist, investiert zu bleiben, bietet ein Sparplan einen praktischen Automatismus für die Spardisziplin.
Auch bei einem ETF-Sparplan greift der Zinseszinseffekt. Allerdings langsamer und verzögert, da sich das Kapital im Portfolio erst mit der Zeit aufbaut. Wie viel, wann und wie regelmäßig du in den Sparplan einzahlst, kannst du jederzeit flexibel an deine Lebensumstände anpassen. Auch ein Pausieren des Sparplanes ist möglich.
Gut zu wissen: Ein ETF-Sparplan eignet sich sehr gut für Menschen, die regelmäßig einen bestimmten Anteil ihres Einkommens investieren können. Daher ist die monatliche Ausführung für die meisten Menschen möglich.
Cost-Average-Effekt – der ausgleichende Faktor
Vor allem bei schwankungsfreudigen Wertpapieren profitierst du vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Durch diesen stellt sich die Frage nach dem richtigen Einkaufszeitpunkt für ETF-Sparende gar nicht erst. Da du mit einem ETF-Sparplan regelmäßig investierst, zum Beispiel immer am Ersten des Monats, kaufst du die Anteile mal bei höheren, mal bei niedrigeren Kursen ein.
Dabei erwirbst du weniger Anteile, je höher der Kurs ist (dann sind die jeweiligen Anteile teurer) und gleichzeitig mehr Anteile, wenn die Kurse sinken (wenn diese also günstiger sind). Im Laufe der Zeit ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Einkaufspreis.
Vor- und Nachteile eines ETF-Sparplans
Wer sich ein Vermögen aufbauen möchte und über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, ist mit einem ETF-Sparplan bestens beraten:
- Renditestark: Keine andere Anlageklasse bietet so hohe Renditechancen wie Aktien. Das Risiko von Kursschwankungen kann mit breit gestreuten Aktien-ETFs zudem reduziert werden. Eine weitere Anpassung an das persönliche Risikoprofil ist mit der Beimischung von Anleihen möglich.
- Kostengünstig: Du kannst bereits mit kleinen Sparraten (ab 25 €) langfristig ein Vermögen aufbauen. Die Sparplan-Ausführung ist bei vielen Anbietern kostenlos oder zumindest sehr günstig.
- Vielseitigkeit: Ein ETF-Sparplan ist sowohl für Anlegerinnen und Anleger geeignet, die sich erst ein Vermögen aufbauen möchten, als auch für jene, die ihr Vermögen für die eigene Altersvorsorge oder die eigenen Kinder oder Enkel anlegen möchten.
- Flexibilität: Den Sparbetrag erhöhen oder senken, die Sparintervalle anpassen oder auch die Einzahlung für eine bestimmte Zeit pausieren: All dies ist mit einem ETF-Sparplan problemlos möglich.
Der Zinseszinseffekt greift bei einem ETF-Sparplan allerdings langsamer als bei der einmaligen Anlage eines hohen Geldbetrages:
- Verzögerter Rendite: Der Zinseszinseffekt wird erst nach einigen Jahren wirklich bemerkbar. Dann nimmt dieser jedoch richtig Schwung auf → exponentielles Wachstum.
- Auswahlmöglichkeiten: Nicht jeder ETF ist auch sparplanfähig – informiere dich dazu bei deinem jeweiligen Broker bzw. deiner Bank.
Mit dem praktischen Sparplan-Rechner von quirion findest du mit wenigen Mausklicks heraus, wie sich deine Investitionen je nach Anlagezeitraum und investiertem Kapital entwickeln kann.

Einmalanlage vs. Sparplan: Was passt besser zu dir?
Ob eine Einmalanlage oder ein Sparplan für dich das Richtige ist, hängt von deiner persönlichen Situation, deinem frei verfügbaren Vermögen und deiner Risikotoleranz ab.
Die Einmalanlage kommt in Frage, wenn du …
- … bereits über eine bestimmte Geldsumme verfügst, die du nicht anderweitig benötigst,
- ... sofort investieren kannst und möchtest,
- … keinen Dauerauftrag für deine Geldanlage einrichten willst und
- … keine Sorge bezüglich eines möglicherweise ungünstigen Einstiegszeitpunktes hast. Falls doch: Teile deine Einmalanlage in drei bis sechs gleich hohe monatliche Einzahlungen.
Ein ETF-Sparplan ist eine Lösung, wenn du …
- … dich mit ETFs langfristig ein Vermögen aufbauen möchtest,
- … regelmäßig kleinere Beträge investieren kannst und willst,
- … für die eigene Altersvorsorge oder deiner Kinder/Enkel in kleinen Schritten sparen willst und
- … dir eine flexible Geldanlage wünschst, die du jederzeit an deine aktuellen Lebensumstände anpassen kannst.
Wenn du dich noch nicht ganz sicher bist, welche Variante besser zu dir passt, kannst du dir auch die folgenden Fragen stellen.
Gut zu wissen: Sowohl bei der Einmalanlage als auch beim Sparplan zahlt sich die Buy-and-Hold-Strategie, also kaufen und möglichst lange investiert bleiben, langfristig aus.
Einmalanlage und Sparplan miteinander kombinieren
Du möchtest die Vorteile einer Einmalanlage und eines Sparplans miteinander kombinieren? Bei quirion kannst du sowohl ein einmaliges Investment tätigen als auch einen ETF-Sparplan anlegen. Darüber hinaus ist es natürlich auch möglich, ein- oder mehrmalig größere Beträge in einen vorhandenen Sparplan zu investieren.
Die quirion-App
Fazit: ETF Einmalanlage oder Sparplan
Ob du nun dein Geld mittels Einmalanlage oder ETF-Sparplan investierst: Wichtig ist die Tatsache, dass du investierst. Je früher dein Geld für dich arbeiten kann, umso besser. Verfügst du bereits über einen frei verfügbaren Geldbetrag, kannst du dieses grundsätzlich sofort als Einmalanlage investieren. Geht es darum, zunächst ein Vermögen aufzubauen, ist ein ETF-Sparplan das ideale Instrument dafür.
Bei quirion investierst du mit einem breit diversifizierten ETF-Portfolio in bis zu 8.000 Aktien und 3.000 Anleihen – ob per Einmalanlage, Sparplan oder einer Kombination aus beidem.
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