Was versteht man unter Notgroschen?
Ein Notgroschen ist ein frei verfügbares Geldpolster für unvorhergesehene Ausgaben. Ziel ist es, kurzfristige, finanzielle Belastungen abfangen zu können, ohne auf teure Kredite oder langfristig angelegte Geldanlagen zurückgreifen zu müssen.
Der Ursprung des Notgroschens
Die Idee des Notgroschens stammt aus dem 16. Jahrhundert. Damals forderte Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, dass all seine Bürger einen bestimmten Geldbetrag für unvorhergesehene Notfälle besitzen mussten – den sogenannten Notpfennig. Aus dem Pfennig wurde später der Groschen und so entstand bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert in Deutschland die Idee des Notgroschens.
Wann ist ein Notgroschen sinnvoll?
Der Notgroschen soll dir in verschiedensten Fällen helfen, plötzlich auftretende Kosten schnell und unkompliziert abdecken zu können. Für die folgenden Fälle lohnt es sich besonders, einen Notgroschen parat haben:
- Reparaturen an Haushaltsgeräten: Ob Kühlschrank, Waschmaschine oder Herd: In vielen Haushalten sind diese Geräte essenziell und müssen im Schadensfall schnell repariert oder ersetzt werden.
- Defekte technische Geräte: Ein kaputtes Handy führt heutzutage zu erheblichen Einschränkungen und muss in der Regel umgehend ersetzt werden. Für Selbstständige kann ein beschädigter Arbeitslaptop wiederum rasch negative Auswirkungen haben.
- Autokosten: Nicht immer decken Versicherungen alle Kosten ab, die kurzfristig am Auto anfallen können. Wer ein Auto besitzt, sollte stets mit zusätzlichen Gebühren oder Kosten für Reparaturen und Wartung rechnen.
- Unerwartete Nachzahlungen: Jahresabrechnungen für Strom oder Heizung können Nachforderungen mit sich bringen, die mit einem Notgroschen sofort bezahlt werden können. Auch mögliche Nachzahlungen an das Finanzamt können so sofort beglichen werden.
- Schäden am Eigenheim: Unvorhergesehene Ereignisse, wie eine defekte Heizung im Winter, erfordern ein gewisses finanzielles Polster, um die Kosten so schnell wie möglich zu begleichen.
- Zusätzliche Gesundheits- und Arztkosten: Zwar decken Krankenversicherungen viele Kosten ab; einige Gesundheitsleistungen wie Zahnbehandlungen oder Kosten für Sehbehelfe können trotzdem hohe Eigenanteile beinhalten. Gerade bei schweren Erkrankungen empfiehlt sich eine finanzielle Reserve.
- Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit: Bei einer eigenständigen Kündigung kannst du bis zu 12 Wochen für Arbeitslosengeld l (ALG l) gesperrt werden. Selbst wenn du bis zur Aufnahme eines neuen Jobs ALG l erhälst, beträgt dieses nur 60 % des vorherigen Nettogehaltes.
Dies sind nur einige Fälle, in denen ein Notgroschen dich davor bewahrt, kurzfristig einen teuren Kredit zu benötigen oder auf andere finanzielle Rücklagen wie Festgeld oder dein Depot zurückgreifen zu müssen.
Grundsätzlich gilt: Personen, die finanziell für Familienangehörige aufkommen, benötigen in der Regel mehr finanzielle Rücklagen als Singles. Auch Verantwortlichkeiten durch eine Immobilie oder ein Auto erhöhen das Risiko plötzliche auftretender Ausgaben. Pauschalisieren lässt sich dies natürlich nicht und die endgültige Höhe des Notgroschens ist so individuell wie jede Person selbst.
Wie sollte ich meinen Notgroschen anlegen?
Dein Notgroschen sollte vor allem eines sein: jederzeit verfügbar. Du solltest ihn also so anlegen, dass du das Geld ohne Wartezeit (z. B. Festgeld) oder Renditeverlust (z. B. Aktien oder Anleihen) verfügen kannst. Das Girokonto ist hierfür weniger geeignet, da dein Geld dort in aller Regel nicht verzinst wird. Damit deine finanziellen Rücklagen im Laufe der Zeit also nicht von der Inflation „gefressen” werden, empfiehlt sich für dein Notgroschen ein Tagesgeldkonto. Dieses bietet stabile Zinsen und eine sofortige Verfügbarkeit deines Vermögens.
Als weitere Möglichkeit kannst du für eine höhere Zielrendite auch sogenannte Geldmarkt-ETFs nutzen. Solche ETFs investieren in Zinspapiere mit sehr kurzer Laufzeit. Die erwartbaren Erträge orientieren sich dabei an den Leitzinsen der EZB und sind dadurch in der Regel höher als übliche Tagesgeld-Zinsen. Auslaufende Anlagen werden wegen der kurzen Laufzeiten schnell durch Papiere mit aktueller Verzinsung ersetzt. Geldmarktanlagen passen sich also sehr schnell an das allgemeine Marktzinsniveau an – die Kursschwankungen sind daher in aller Regel sehr gering. Geldmarkt-ETFs sind zudem bei Bedarf schnell für dich verfügbar. quirion bietet mit Cash-Invest in Form einer Vermögensverwaltung ein ganzes Portfolio verschiedener Geldmarkt-ETFs an.
Warum nicht Geld aus dem Wertpapierdepot verwenden?
Wenn du ein Depot besitzt und beispielsweise in ein global diversifiziertes ETF-Portfolio investierst, solltest du dieses nie für kurzfristige Ausgaben verwenden. Ein solches Depot dient in erster Linie deinem langfristigen Vermögensaufbau. Spontane Verkäufe (abseits deiner langfristigen Anlageziele) gehen in aller Regel zu Lasten deiner Rendite.
Wie fülle ich meinen Notgroschen auf?
Wenn dir noch kein größerer Geldbetrag für den Notgroschen zur Verfügung steht, kannst du diesen zum Beispiel mit einem automatisierten Sparauftrag nach und nach auffüllen. Um effektiv einen Notgroschen anzulegen, gehst du dann folgendermaßen vor:
- Leg zunächst fest, wie viel du als Notgroschen ansparen möchtest.
- Eröffne ein Tagesgeldkonto oder eine Cash-Invest-Vermögensverwaltung, sofern noch nicht vorhanden.
- Ermittle, welchen Betrag du monatlich für den Notgroschen zur Seite legen kannst.
- Überweise diesen Betrag konsequent am Monatsanfang auf dein Tagesgeldkonto. Am bequemsten ist, wenn du deiner Bank einen Dauerauftrag zur Überweisung erteilst, dann hälst du dich automatisch an den Plan.
- Füll so deinen Notgroschen auf, bis deine gewünschte finanzielle Rücklage aufgebaut ist.
Um den Notgroschen aufzufüllen, kannst du natürlich auch zusätzliche Einkommen wie Boni, Geldgeschenke oder Rückzahlungen verwenden. So erreichst du dein Sparziel noch schneller.
Notgroschen: So wichtig ist die finanzielle Rücklage
Ob ein kaputter Kühlschrank oder die Überbrückung bis zum nächsten Job: Mit einem Notgroschen bringst du diese Situationen nicht mehr aus der Ruhe. Die Höhe deines Notgroschens kannst du genau so wählen, dass deine finanzielle Rücklage genau zu dir passt. Liegt dein Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto, dann kannst du jederzeit auf deine Geldreserve zugreifen und erhältst zusätzlich auch noch Zinsen.
Für eine Chance auf höhere Erträge kannst du auch Cash-Invest anstelle von Tagesgeld nutzen. Auch hier ist dein Notgroschen schnell für dich verfügbar, wenn du ihn brauchst. Du bist dann in Wertpapieren investiert, durch den speziellen Charakter der Geldmarktpapiere sind die Kursschwankungen aber in aller Regel minimal.
Am Ende zählt vor allem eines: Dein Notgroschen soll dafür sorgen, dass du nachts ruhig schlafen kannst.
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